1. NRW
  2. Panorama

Corona NRW: Karl-Josef Laumann appelliert an Amtsträger mit Impfung zu warten

Pandemie in NRW : Laumann appelliert an Amtsträger mit Corona-Impfung zu warten

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat Amtsträger bei Corona-Impfungen zur Zurückhaltung gemahnt. Repräsentanten des Staates sollten sich erst impfen lassen, wenn sie an der Reihe sind. Zuletzt war etwa ein junger Bürgermeister geimpft worden.

„Ich halte es mit der Bundeskanzlerin, die der Meinung ist, dass die Repräsentanten des Staates sich erst impfen lassen sollten, wenn sie an der Reihe sind“, sagte Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher wird in Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen nur in Pflegeheimen und Krankenhäusern geimpft. Dennoch haben sich mittlerweile mehrfach Amtsträger impfen lassen - immer mit der Begründung, es habe sich um übrig gebliebenen Impfstoff gehandelt, der sonst verfallen wäre.

So hat sich unter anderem der 31 Jahre alte Bürgermeister von Hennef, Mario Dahm (SPD), bereits gegen Corona impfen lassen. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher der Stadt. Der interne städtische Pandemieplan benenne „systemkritische Personen, die zur Aufrechterhaltung der Verwaltung zwingend erforderlich“ seien, teilte der Sprecher mit. Dazu gehörten auch der Bürgermeister, die Beigeordneten, Leiter bestimmter Ämter und Beschäftigte des Ordnungsamtes mit Funktion in der Pandemiebekämpfung.

Bisher wird in Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen nur in Pflegeheimen und Krankenhäusern geimpft. Nachdem in einem Hennefer Altenheim Impfdosen überzählig gewesen seien, habe die Stadt Hennef von der Kassenärztlichen Vereinigung kurzfristig das Angebot bekommen, „für einen kleinen Anteil der übrig gebliebenen Dosen zu impfende Personen gemäß ihrer Pandemieplanung zu benennen“. Dabei seien folglich auch „Personen in relevanter Position“ in Frage gekommen. „Entscheidungen mussten schnell getroffen werden, da die Impfstoffe sonst unbrauchbar geworden wären“, erläuterte der Sprecher. Deshalb hätten der Bürgermeister und die Beigeordneten geimpft werden können.

Der Start der Impfzentren in NRW wird wegen der fehlenden Impfdosen auf den 8. Februar verschoben. Der Rückstand soll laut dem NRW-Gesundheitsministerium im März aufgeholt sein. Das NRW-Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die Lieferverzögerungen beim Impfstoff-Hersteller Biontech bis zum Ende des ersten Quartals wieder aufgeholt sein werden. Diese Erwartung äußerte Staatssekretär Edmund Heller am Mittwochabend bei einer mehrstündigen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Landtags.

(mba/dpa)