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Corona NRW: Impf-Termin verlangt Geduld ab - Senioren sind verunsichert

Corona-Pandemie in NRW : Impfstopp verunsichert Senioren – Geduld bei Terminvergabe gefragt

Bei der Montag startenden Terminvergabe für die Corona-Impfungen haben die Kassenärztlichen Vereinigungen die über 80-Jährigen in NRW um Geduld gebeten. Die Lieferverzögerungen bei Biontech verunsichern viele Senioren.

Zu Beginn werde ein sehr hohes Anruferaufkommen erwartet, teilten die Organisationen am Donnerstag in Düsseldorf in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass wir bei der Terminvergabe - sowohl online als auch telefonisch - mit Problemen rechnen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dirk Spelmeyer. „Jeder Impfwillige wird drankommen, aber es ist Geduld gefragt - zumindest so lange, bis mehr Impfstoff vorhanden ist.“

Wann dies genau der Fall sein werde, könne im Moment niemand sicher vorhersagen. Aktuell stehe nur begrenzt Impfstoff zur Verfügung - „und damit auch nur eine begrenzte Zahl von Terminen. Es wird nicht glatt laufen können, das ist uns bewusst“, so Spelmeyer weiter.

Der limitierende Faktor bei der Impfkampagne sei die zur Verfügung stehende Impfstoffmenge. „Dass wir zügig und effizient impfen können, wenn Impfstoff da ist, zeigen die seit dem 27. Dezember laufenden Impfungen durch mobile Teams in den Senioren- und Pflegeheimen.“ Bis zum Ende dieser Woche werden der Mitteilung zufolge in NRW rund 380.000 Menschen eine Erstimpfung erhalten haben. Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Frank Bergmann, betonte, dass niemand Sorge haben müsse, zu spät zu kommen, um einen Impftermin zu vereinbaren.

Der weitgehende Impf-Stopp in Nordrhein-Westfalen verunsichert laut der Landesseniorenvertretung viele ältere Menschen. „Wann sind wir dran?“, laute eine sehr häufig gestellte Nachfrage, wie der Vorsitzende Jürgen Jentsch am Donnerstag schilderte. Die Lieferverzögerungen beim Impfstoff-Hersteller Biontech und die darauf folgende Verschiebung des Impfstartes für die über 80-Jährigen zuhause lebenden Menschen um eine Woche auf den 8. Februar erweckten den Eindruck, dass es keine verlässlichen Planungen gebe. „Das führt zur Verunsicherung gerade bei den Senioren.“

Ähnlich äußerte sich die Deutsche Stiftung Patientenschutz. „Das ist absolut grauenhaft“, sagte Vorstand Eugen Brysch am Donnerstag. Er verwies darauf, dass bundesweit Millionen Pflegebedürftige zu Hause von ihre Angehörigen gepflegt werden. Der Impfstart für die zuhause lebenden über 80-Jährigen war am Vortag um eine Woche auf den 8. Februar nach hinten verschoben worden. Grund sind Lieferverzögerungen beim Impfstoff-Hersteller Biontech. Nordrhein-Westfalen erhält deshalb nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in den nächsten Tagen 100.000 Impfdosen weniger als zugesagt.

(mba/dpa)