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Corona NRW: Ausgangssperre in Düsseldorf, Duisburg & Kreis Mettmann - Bilanz

Polizeikontrollen in NRW : So lief die Nacht mit Ausgangssperre in der Region

In fast allen Städten und Kreisen in NRW gilt eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 5 Uhr, teilweise sogar schon seit Freitag. Ein Überblick, wie die Nächte in der Region für die Polizei liefen.

In vielen Städten in Nordrhein-Westfalen galt die im Zuge der bundeseinheitlichen Corona-Notbremse beschlossene Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr am Samstagabend zum ersten Mal. In Düsseldorf war es in der Nacht auf Sonntag „erstaunlich ruhig“, wie ein Polizeiprecher am Morgen sagte. Generell gelte bei den Kontrollen aber: „Wir handeln immer mit Augenmaß und sprechen vernünftige Menschen erstmal auf ihren Verstoß an.“ Bei hartnäckigen Regelbrechern oder Gruppen seien aber Sanktionen nötig. Am Wochenende habe es wie in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Verstöße gegen die Maskenpflicht in der Altstadt und am Rheinufer gegeben, berichtete der Sprecher. Kostenpflichtiger Inhalt Eine Reportage aus Düsseldorf lesen Sie hier.

In Duisburg hat es zwischen 22 Uhr am Samstagabend und 5 Uhr am Sonntagmorgen 18 Ordnungswidrigkeiten gegeben, die quer verteilt über das gesamte Stadtgebiet festgestellt wurden, wie ein Polizeisprecher sagte. Zudem habe es sechs Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr gegeben – dazu zählen neben Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung auch Geschwindigkeitsverstöße.

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Die Straßen und Plätze in allen Städten des Kreises Mettmann waren wie ausgestorben. Die Menschen hielten sich an die Ausgangssperre. Die Polizei zieht am Sonntagmorgen eine positive Bilanz und hat keine größeren Verstöße festgestellt. „Allerdings hatten wir morgens überproportional viele Einsätze“, erklärte ein Polizeisprecher. Offenbar hätten sich einige Menschen bis morgens bei Bekannten aufgehalten und seien nach 5 Uhr dann nach Hause gefahren. Die Einsatzdichte sei ab 5 Uhr jedoch merklich gestiegen: So gab es etwa Einsätze bei Streitigkeiten wegen der Bezahlung von Taxifahrern.

In Mönchengladbach sprach eine Polizeisprecherin von einer ruhigen Nacht. Einen außergewöhnlichen Einsatz gab es jedoch: Ein 53-Jähriger blendete in der Nacht auf Sonntag einen Polizei-Hubschrauber im Stadtteil Giesenkirchen mit einem Laserpointer. Daraufhin verfolgten die Beamten den Mann, der auf einem Kostenpflichtiger Inhalt Eine Reportage aus Mönchengladbach lesen Sie hier.

Auch in Essen war die Polizei nach Angaben eines Sprechers in der Nacht verstärkt aufgestellt. Es habe aber keine Einsätze aufgrund von Verstößen gegen die neuen Regelungen gegeben.

Die Polizei im Kreis Kleve meldete am Sonntagmorgen keine Verstöße gegen die Ausgangssperre.

In Bonn beschrieb ein Polizeisprecher die nächtliche Lage als „extrem ruhig“. Es habe aber sehr viele Bürgeranfragen zu den Ausgangsbeschränkungen gegeben.

Auch in Recklinghausen waren Streifenbeamte in der Nacht unterwegs, wurden aber zu keinen Einsätzen gerufen. „Es war alles so, wie es sein sollte“, sagte ein Polizeisprecher.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat den Bürgern in Nordrhein-Westfalen ein sehr positives Zeugnis bei der Einhaltung der neuen Ausgangsbeschränkungen ausgestellt. „Aus meiner Sicht haben sich die Menschen an diesem ersten Wochenende mit Ausgangssperre großartig verhalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Reul hatte sich zuvor selbst einen Eindruck von der Situation gemacht und in der Nacht zu Sonntag Polizei und Ordnungsamt in Duisburg bei Kontrollen begleitet. „Wir haben auf der Straße so gut wie niemanden erlebt, es haben sich fast alle an die Regeln gehalten. Diejenigen, die wir angetroffen haben, waren auf dem Heimweg oder hatten einen wichtigen Grund“, schilderte er.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält flächendeckende Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperren in Deutschland für unrealistisch. „Eine flächendeckende Kontrolle der Ausgangssperren ist für die Polizei und die zuständigen Ordnungsbehörden der Kommunen kaum möglich“, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Dietmar Schliff einem Vorabbericht der „Bild am Sonntag“ zufolge. Sorge bereite der GdP eine zunehmende Aggressivität mit verbaler oder teilweise auch körperlicher Gewalt bei den Kontrollen.

Die neue Bundes-Notbremse zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen sieht nächtliche Ausgangssperren zwischen 22 und 5 Uhr vor, wenn in einer Stadt oder einem Landkreis die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Dies ist derzeit in sehr vielen Kreisen und Städten der Fall. Welche Städte und Kreise in NRW betroffen sind, lesen Sie hier. In diesen Nachtstunden darf man dann die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück in der Regel nicht mehr verlassen. Zu den Ausnahmen gehört zum Beispiel die Fahrt zur Arbeit. Joggen und Spazierengehen bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine.

(mba/tobi/hebu/dpa/Reuters)