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Corona NRW: Armin Laschet befürchtet "härtestes" Weihnachten

NRW-Ministerpräsident Laschet : „Es wird das härteste Weihnachtsfest seit Jahrzehnten“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat einen Ausblick auf Weihnachten unter Corona-Bedingungen gegeben. Er sieht einen Hoffnungsschimmer bei der Bekämpfung der Pandemie in NRW.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich skeptisch zu den Aussichten auf ein unbeschwertes Weihnachtsfest geäußert. „Es wird kein Weihnachten wie jedes andere“, sagte er am Montagabend in Düsseldorf im Anschluss an die Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Corona-Pandemie. „Es wird das härteste Weihnachtsfest sicher, das wir seit Jahrzehnten erlebt haben.“

Laschet sagte, Ziel der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin sei es, der Bevölkerung zu Weihnachten möglichst viele Begegnungen zu ermöglichen. Ob dies gelinge, hänge aber auch vom Verhalten der Bevölkerung ab. Kostenpflichtiger Inhalt Nach ihren Beratungen appellierten die Länderchefs und Merkel an die Bürger, ihre Kontakte derzeit auf ein Minimum zu reduzieren.

In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Worten von Laschet in der Corona-Krise „noch keine Trendwende, aber ein Zeichen der Hoffnung“. Der Sieben-Tages-Durchschnitt habe am Montag in NRW bei 4219 Infizierten gelegen, sagte Laschet. „Das ist der niedrigste Wert seit dem 6. November.“ Allerdings bewegten sich die Infektionszahlen weiterhin auf einem „sehr hohen Grundniveau“. Dennoch habe das Gesundheitssystem noch Reserven, so dass es noch nicht erforderlich sei, Operationen aufzuschieben, sagte Laschet. Insgesamt hätten sich am Montag knapp 900 Covid-19-Patienten in NRW auf der Intensivstation befunden, davon 580 in Beatmung. 906 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit waren nach Zahlen der Landesregierung noch frei.

Laschet appellierte an alle, auf private Feiern, Treffen mit Freunden und Bekannten sowie auf Freizeitaktivitäten zu verzichten und stattdessen möglichst zuhause zu bleiben. Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollen auf einen festen weiteren Hausstand beschränkt bleiben, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern.

Ziel bleibe, die zweite Infektionswelle zu stoppen, eine nationale Notlage abzuwenden, gleichzeitig aber Kitas, Schulen und das Wirtschaftsleben möglichst offen zu halten, bekräftigte Laschet. Die Frage, ob Unterricht im Klassenzimmer oder besser digital erteilt werde, sei - je nach Schulform, Altersgruppen und Infektionsraten in den jeweiligen Kreisen - flexibel zu entscheiden.

Weitere Antworten würden bei der nächsten Konferenz von Bund und Ländern am 25. November gegeben. Dann soll es weitere Beratungen und – wenn die Zahl der Infizierten und Schwererkrankten bis dahin nicht stark gesunken ist – womöglich auch weitere verbindliche Einschränkungen geben. Bis dahin werde NRW unter anderem Vorschläge erarbeiten, wie Fortschritte bei der Digitalisierung der Gesundheitsämter zu erzielen seien. Der Oppositionsführer im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty drängte, sofort Entscheidungen zu treffen. „Nichtstun ist keine Option“, kritisierte der SPD-Landtagsfraktionschef die Bund-Länder-Gespräche.

(mba/dpa/AFP)