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Corona-Lockdown in NRW: Logineo verfügt jetzt über Videokonferenztechnik

Distanzunterricht in NRW : Digitale Lernplattform Logineo verfügt jetzt über Videokonferenztechnik

Die vom Land Nordrhein-Westfalen betriebene digitale Lernplattform Logineo gibt es ab sofort auch mit Videokonferenztechnik. Die Grünen haben jedoch Datenschutzbedenken.

Die Funktion könne von den Schulen über www.logineo.nrw.de freigeschaltet werden, kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf an. Eine Erstanmeldung für Logineo sei über dieselbe Adresse möglich. Lehrkräfte hätten damit die Möglichkeit, ihre Schüler zu Videokonferenzen einzuladen, in direktem Austausch Unterrichtsinhalte zu vermitteln und zu diskutieren sowie Aufgaben zu besprechen oder Fragen zu beantworten. Auch Bildschirmpräsentationen könnten darüber geteilt werden.

„Eine Videokonferenz kann den Präsenzunterricht zwar nicht ersetzen“, räumte Gebauer ein. Mindestens biete sie aber Gelegenheit für einen Austausch von Angesicht zu Angesicht - „eine unverzichtbare Grundlage für erfolgreiche Lernprozesse“.

Logineo erreicht nach Angaben des Ministeriums mit verschiedenen kostenlosen Angeboten bereits tausende Schulen in NRW. Bei Bedarf erhalten sie demnach auch Unterstützung von landesweit rund 180 Medienberatern.

Die Grünen betonten, die Schulen benötigten diese Funktion nun endlich. Das Ministerium habe aber die lange Zeit nicht genutzt, Datenschutzbedenken konsequent auszuräumen, kritisierte ihre Bildungsexpertin Sigrid Beer.

Gebauer hatte am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags erklärt, zumindest seien bislang keine Hacker-Angriffe auf Logineo bekannt geworden.

In Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen weiterhin für eine Notbetreuung von Schülern der Klassen eins bis sechs geöffnet. Mit Stand 13. Januar hätten 4,7 Prozent aller rund 2,5 Millionen Schüler das Angebot angenommen, sagte Gebauer. In den Grundschulen würden gut zehn Prozent der Schüler betreut und in den Förderschulen rund sieben Prozent. In allen anderen Schulen liege der Anteil unter einem Prozent.

Der Lehrerverband Bildung und Erziehung NRW begrüßte die Entscheidung für längeren Distanzunterricht. „Niemand würde von einer vorzeitigen Öffnung profitieren, wenn wenige Tage später die Schulen wieder schließen müssen“, sagte der Landesvorsitzende Stefan Behlau. „Auch Distanzunterricht ist schulischer Unterricht.“

(mba/dpa)