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Corona-Krise: Gastronomie in NRW drängt auf eigenes Rettungspaket

Verzweiflung unter Wirten : Gastronomie drängt auf eigenes Rettungspaket in Corona-Krise

Weil Restaurants weiter geschlossen bleiben müssen, bangen viele Wirte um ihre Existenz. Die Branche fordert dringend weitreichende Staatshilfen. Sonst sei das gastronomische Angebot bedroht.

Unter Gastronomen herrscht momentan schiere Verzweiflung. Da die Regierung für die Branche noch keine Lockerung der Corona-Maßnahmen vorsieht, schwanke die Stimmung der Wirte zwischen Ohnmacht, Hilflosigkeit und Depression, sagt Thorsten Hellwig, Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) NRW. Die Branche sei die erste gewesen, die geschlossen wurde und werde vermutlich mit die letzte sein, die wieder öffnen dürfe. Ein genaues Zeitfenster, das zumindest einen Lichtstreif am Horizont bedeuten würde, fehle aber. „Wirtschaftlich ist die Situation schon jetzt maximal prekär“, erklärt Hellwig. „Wenn das Angebot von Hotellerie und Gastronomie in den Städten und auf dem Land aufrechterhalten werden soll, brauchen wir ein zusätzliches Rettungspaket für das Gastgewerbe.“

Denn auch eine Lockerung der Maßnahmen bedeute nicht, dass es sofort wieder aufwärts gehe. Denn es gelte weiterhin, Hygieneregeln wie etwa den Mindestabstand einzuhalten. Das bedeutet aber auch, dass die meisten Restaurants ihr Platzangebot um die Hälfte reduzieren müssen. „Ob sich das rentiert, ist ungewiss“, sagt Hellwig. Dazu komme ein möglicherweise verändertes Gästeverhalten, denn viele Menschen würden aus Angst vor einer Ansteckung vielleicht Restaurants und andere öffentliche Orte meiden. Eine Perspektive, die vielen Gastronomen große Sorgen bereitet. „Normale Umsätze werden wohl auf Monate hinaus nicht zu erreichen sein“, erklärt Hellwig.

Der Dehoga fordert daher ein eigenes Rettungspaket, das deutlich über die bestehende Soforthilfe hinausgeht und Steuererleichterungen in Form eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes, wie er im Liefer- und Abholgeschäft schon gilt. Ansonsten würden tausende Pleiten drohen. Momentan blieben nur Liefer- und Abholservices, um zumindest minimale Einnahmen zu generieren. Etwa ein Viertel der Gastronomen bieten laut Hellwig solche Dienste an. „Finanziell ist das zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Hellwig, „aber es hilft, die Passivität zu überwinden.“ Deshalb hat der Dehoga auch die Internet-Plattform www.dein-lokal-nebenan.de ins Leben gerufen, auf der Gastronomen mit Liefer- und Abholservice kostenlos ihre Angebote präsentieren können.

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