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Corona-Impfung in NRW: Obdachlose sollen zuerst Johnson & Johnson bekommen

Corona-Pandemie : NRW will zuerst Obdachlose mit Johnson & Johnson impfen

Den vorerst noch nicht ausgelieferten Impfstoff von Johnson & Johnson will das NRW-Gesundheitsministerium zuerst für Impfangebote in der Wohn- und Obdachlosenhilfe einsetzen.

„Hier bestehen die größten Unsicherheiten, die Zweitimpfungen nach sechs beziehungsweise zwölf Wochen sicherzustellen“, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen an den Gesundheitsausschuss. Konkret wurde bei Johnson & Johnson nach einer besonderen Strategie gefragt, da hier offenkundig eine Impfung ausreichend sei.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wäre der vierte, der im Kampf gegen Corona in Deutschland auf den Markt kommt - nach denen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält den Auslieferungsstopp des Unternehmens nach Meldungen über Thrombose-Fälle für eine „nachvollziehbare Maßnahme“. Es habe alarmierend gewirkt, dass das Problem eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Problem habe, das im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff aufgetreten sei, sagte er am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

Die Wocheninzidenz steigt in NRW weiter: Pro 100.000 Einwohner gab es binnen einer Woche 171,1 amtlich bestätigte Neuinfektionen, wie aus der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Montagmorgen hervorgeht. Bundesweit betrug der Wert 165,3. Einen Tag zuvor lag die NRW-Inzidenz noch bei 167,1 und vor einer Woche bei 131.

Besonders angespannt ist die Lage in Remscheid, wo der Wert nach RKI-Angaben 319,7 beträgt und damit so hoch ist wie in keinem anderen Kreis in dem Bundesland. In 15 der 53 Kreise liegt der Wert bei mehr als 200, nur 4 sind unter 100 - Coesfeld ist mit 88,9 am anderen Ende der Tabelle. Laut RKI haben sich in Nordrhein-Westfalen binnen 24 Stunden 2853 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit so einer Infektion gestorben sind, stieg um 44 auf 14.912.

(mba/dpa)