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Chaos an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln Bonn - Warum nun das Bundesinnenministerium in die Kritik gerät​

Nach Chaos an NRW-Flughäfen : Warum nun das Bundesinnenministerium in die Kritik gerät

Bundespolizeigewerkschaft, CDA und Verdi werfen dem Bundesinnenministerium Untätigkeit mit Blick auf die massiven Probleme bei den Sicherheitskontrollen an NRW-Flughäfen vor. Verdi will den Druck erhöhen und schließt Mahnwachen nicht mehr aus.

Wegen des anhaltenden Chaos an den Sicherheitskontrollen an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn gerät das Bundesinnenministerium zunehmend unter Druck. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) wirft Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) infolge der Misere nun Untätigkeit vor. Die massiven Probleme seien Ergebnis einer verfehlten Personalpolitik des Bundes, sagte der CDA-Bundesvize und nordrhein-westfälische Europaabgeordnete Dennis Radtke. „Es wird höchste Zeit, dass die Bundesinnenministerin ihr Amt wahrnimmt und ihrer Verantwortung gerecht wird – zum Wohle der Beschäftigten und der Fluggäste“, sagte Radtke. „Falls kurzfristig keine Abhilfe durch die Einstellung zusätzlicher externer Beschäftigter geschaffen werden kann, muss Faeser den Einsatz von Beamten des Bundes in Betracht ziehen“, so der CDA-Bundesvize.

Fluggäste müssen sich Experten zufolge an den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn in den nächsten Wochen weiter auf lange Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen einstellen. Der Flughafen und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sehen den Grund dafür in der Personalmisere beim zuständigen privaten Sicherheitsunternehmen. Bis zu 100 Kontrollkräfte pro Schicht würden teilweise fehlen, kritisieren sie. Nach Einschätzung der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft (DPolG) wird sich die ohnehin schon angespannte Lage bis zum Ferienstart in vier Wochen weiter zuspitzen.

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Die Deutsche Bundespolizeigewerkschaft hatte das Bundesinnenministerium, das für die inhaltlichen Rahmenverträge mit den privaten Sicherheitsunternehmen an den Flughäfen zuständig ist, bereits im März auf die Problematik aufmerksam gemacht; aber nach eigenen Angaben keine Antwort erhalten. Nun erklärt auch Verdi, das Bundesinnenministerium auf die Misere an den Kontrollstellen aufmerksam gemacht zu haben – und das schon im vergangenen Sommer. „Wir haben dem Bundesinnenministerium mehrfach davon berichtet. Und das auch sehr eindringlich. Aber auch wir haben keine Reaktion darauf erhalten“, sagte Verdi-Sekretär Özay Tarim, der sich seit Jahren für die Interessen der Kontrolleure einsetzt. Eine Anfrage unserer Redaktion zum Thema an das Bundesinnenministerium blieb ebenfalls unbeantwortet.

Verdi schließt Protestaktionen wegen des Personalmangels nicht aus. „Ich kann mir gut vorstellen, wiederholt Mahnwachen am Flughafen abzuhalten, damit die Öffentlichkeit auf die Misere hingewiesen wird“, so Tarim. Auch sogenannte Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter seien möglich. „Der Personalmangel – in der Spitze fehlen zum Teil bis zu 100 Sicherheitskräfte – führt dazu, dass das eingesetzte Personal überlastet wird und seine Aufgaben möglicherweise nicht mehr in dem Maß ausführen kann wie es sein sollte“, so Tarim.

(csh)