1. NRW
  2. Panorama

Bundestagswahl 2021: Grüne holen vier Direktmandate in NRW - Das sind die Kandidaten aus Köln, Aachen, Münster und Bonn

Köln, Aachen, Bonn und Münster : Grüne holen vier Direktmandate in NRW

Die Grünen haben bei der Bundestagswahl in vier NRW-Städten erstmals Direktmandate gewonnen. Wir stellen die Kandidaten aus Köln, Aachen, Münster und Bonn vor.

Sven Lehmann, Köln

In Köln hat Sven Lehmann im Wahlkreis Köln II, also in Rodenkirchen, Lindenthal und südlicher Innenstadt, ein Direktmandat für die Grünen geholt. Auch in den anderen Kölner Wahlkreisen holten die Grünen starke Ergebnisse. „Das ist ein historischer Erfolg“, teilte Sven Lehmann mit. „Über 70 Jahre lang haben im Kölner Südwesten immer CDU oder SPD gewonnen. Ich freue mich unfassbar über das erste grüne Direktmandat und das Vertrauen der Menschen.“ Der 41-jährige Politikwissenschaftler stammt aus Troisdorf. Von 2010 bis 2018 war er Landeschef der Grünen NRW, seit 2017 ist er Mitglied des Bundestages.

Lehmann ist Sprecher für Sozial- und Queer-Politik. Außerdem setzt er sich für die Rechte von Kindern ein. „Der Auftrag ist klar: konsequenter Klimaschutz, eine echte Verkehrswende und mehr soziale Gerechtigkeit, gerade für Kinder und Familien“, sagte er. Er werde diese Anliegen mit aller Kraft im nächsten Bundestag vertreten, „hoffentlich auch bei der Bildung einer neuen Bundesregierung“.

  • Amélie Bohland (18), Schülerin des Cornelius-Burgh-Gymnasiums
    Erstwähler unterwegs im Erkelenzer Land : Wie die Grünen Erstwähler ins Grübeln brachten
  • 155 Abgeordnete aus NRW ziehen in
    Vorläufiges amtliches Wahlergebnis : 155 Abgeordnete aus NRW ziehen in in den Bundestag
  • Bundestagswahl 2021 in Mönchengladbach : Günter Krings (CDU) gewinnt das Direktmandat

Oliver Krischer, Aachen

Für Oliver Krischer hat der direkte Einzug in den Bundestag noch einen besonderen Bonus: Der 52-jährige Grüne setzte sich ausgerechnet im Wahlkreis Aachen I durch, dem Heimatwahlkreis von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Ein direktes Duell blieb allerdings aus: Laschet selbst hatte auf eine Direktkandidatur verzichtet und sich nur über die Landesliste der NRW-CDU abgesichert. Aachen I galt seit 2009 als sicherer Wahlkreis für den CDU-Kandidaten Rudolf Henke, doch das ist nun vorbei.

 Oliver Krischer hat in Laschets Heimat Aachen das Direktmandat gewonnen.
Oliver Krischer hat in Laschets Heimat Aachen das Direktmandat gewonnen. Foto: Die Grünen

Krischer stammt aus Düren, einer CDU-Hochburg, und war dort mehrfach erfolglos angetreten. Der Biologe gelangte stattdessen seit 2009 über die Grünen-Landesliste in den Bundestag. Dieses Mal rechnete sich der langjährige Abgeordnete größere Chancen in Aachen aus, wo die Grünen bei der Kommunalwahl 2020 stärkste Partei wurden und seitdem die Oberbürgermeisterin stellen. Krischer hat sich bundesweit als vehementer Kritiker des Braunkohleabbaus im Rheinischen Revier profiliert. In der Grünen-Bundestagsfraktion hat sich der Vater zweier Söhne zum Fraktionsvize hochgearbeitet.

Katrin Uhlig, Bonn

Als Bonner Direktkandidatin der Grünen zieht Katrin Uhlig in den 20. Deutschen Bundestag ein. Es war ein knappes Rennen: Uhlig gewann mit nur 216 Stimmen Vorsprung vor der SPD-Kandidatin Jessica Rosenthal. Rosenthal hatte während der bis in den frühen Montagmorgen dauernden Auszählung stundenlang knapp vor ihrer grünen Konkurrentin gelegen. Danach twitterte Uhlig: „Danke! Danke! Danke! Ganz herzlichen Dank für das erste grüne Direktmandat in Bonn!“

 Als Bonner Direktkandidatin der Grünen zieht Katrin Uhlig in den 20. Deutschen Bundestag ein.
Als Bonner Direktkandidatin der Grünen zieht Katrin Uhlig in den 20. Deutschen Bundestag ein. Foto: Die Grünen

Uhlig wurde 1982 in Duisburg geboren. Sie absolvierte in Passau den Studiengang „Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien“. Von 2010 bis 2017 arbeitete sie in Düsseldorf als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Klima- und Energiepolitik der Grünen Landtagsfraktion NRW. Danach wechselte sie als Fachgebietsleiterin Wasser/ Abwasser zu einem Verband in NRW. Seit 2019 ist sie wissenschaftliche Referentin von Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer im Bundestag.

Maria Klein-Schmeink, Münster

Auch in Münster haben die Grünen erstmals ein Direktmandat gewonnen. Die Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink, Jahrgang 1958, erreichte laut vorläufigem Endergebnis 32,3 Prozent der Erststimmen. Klein-Schmeink setzte sich damit deutlich gegen Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und den Landtagsabgeordneten Stefan Nacke (CDU) durch.

 Maria Klein-Schmeink hat in Münster gewonnen.
Maria Klein-Schmeink hat in Münster gewonnen. Foto: Nawrocki PR

„Es ist mir eine Ehre!“, twitterte Klein-Schmeink. Sie stammt aus Dingden / Hamminkeln und studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Pädagogik in Münster. Fast 20 Jahre war sie in der Erwachsenenbildung tätig und engagierte sich kommunalpolitisch. Seit dem rot-grünen Regierungswechsel 1994 war Klein-Schmeink dort im Fraktionsvorstand, von 1995 bis 2009 zudem Fraktionsvorsitzende. 2002 wechselte sie als Referentin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, später für Kommunalpolitik und Arbeitsmarktpolitik, zur grünen Landtagsfraktion NRW. Seit 2009 ist sie Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss.

(hsr)