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Bühnen-Affäre: Ermittlungen gegen Ex-OB in Wuppertal

Affäre um Städtische Bühnen : Ermittlungen gegen Ex-OB in Wuppertal

In einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Wuppertal geht es um Verschleierung und fragwürdige Nebeneinkünfte. Im Fokus der Ermittler steht jetzt auch ein früherer Oberbürgermeister der Stadt.

Prüfberichte im Zusammenhang mit einer finanziellen Schieflage der Wuppertaler Bühnen haben die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Untreue unter anderem gegen den früheren Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) und den ehemaligen Geschäftsführer der städtischen Bühnen. Die „Westdeutsche Zeitung“ hatte zuerst berichtet.

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bestätigte, wird das Ermittlungsverfahren unter dem Aktenzeichen 20 Js 167/21 geführt. Ausgelöst worden sei es durch Prüfberichte im Auftrag der Stadt Wuppertal, die an die Ermittlungsbehörde weitergeleitet worden seien.

Michael Schröder, Verteidiger des ehemaligen Bühnen-Geschäftsführers, sagte auf Anfrage, er habe zwar noch keine Akteneinsicht nehmen können, sehe aber für den Vorwurf der Untreue „derzeit überhaupt keinen strafrechtlichen Ansatz“.

Auch der Anwalt von Ex-OB Jung, Günter Hopfgarten, teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, er wisse zwar, dass es ein Strafverfahren gebe, kenne aber noch keine Einzelheiten und könne deswegen auch noch keine Stellungnahme dazu abgeben. Gegen Jung wird in seiner damaligen Funktion als Aufsichtsratschef der städtischen Bühnen ermittelt.

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Er soll ein Finanzkonstrukt abgesegnet haben, dass dem damaligen Bühnen-Geschäftsführer zusätzlich zu seinem Gehalt Nebeneinkünfte beschert haben soll, über deren Rechtmäßigkeit nun gestritten wird.

Außerdem soll die prekäre Finanzlage der Bühnen durch sogenannte „Reservebuchungen“ verschleiert worden sein. Die Ermittler prüfen nun, ob dies eine strafbare Bilanzfälschung darstellt.

Der Ende 2018 ausgeschiedene Bühnen-Geschäftsführer verwies laut „WZ“ darauf, dass die Nebeneinkünfte-Regelung damals vom Wuppertaler Stadtdirektor vorgeschlagen worden sei. Nun sei er zur Rückzahlung von 51.000 Euro binnen zehn Tagen aufgefordert worden. „Ich bin einfach nur entsetzt“, sagte er der Zeitung zufolge.

(chal/dpa)