Opfer des Apotheker-Skandals von Bottrop „Aufgeben ist keine Option“

Bottrop · Vor drei Jahren durchsuchten Ermittler die Apotheke von Peter S. in Bottrop. Weil er Krebsmedikamente streckte, wurde er im Sommer 2018 zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Seine Opfer kämpfen noch heute um Anerkennung.

 Beweisen langen Atem: Opfer-Sprecherin Heike Benedetti (58) und ihre Unterstützerin Ilona Strunk mit Whistleblower Martin Porwoll (48).

Beweisen langen Atem: Opfer-Sprecherin Heike Benedetti (58) und ihre Unterstützerin Ilona Strunk mit Whistleblower Martin Porwoll (48).

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Anfangs hat es ihnen Angst gemacht, die nächtlichen Drohanrufe, die Stinkbomben im Auto, das Hacken ihrer Handys. Inzwischen aber stecken Heike Benedetti und Martin Porwoll solche Aktionen weg – und verstehen sie als Bestätigung. „Das bedeutet: Wir sind auf dem richtigen Weg!“ Heike Benedetti lächelt, als sie das sagt, aber direkt danach verzieht sie das Gesicht. Sie kommt gerade aus der „Röhre“, dem MRT im Krankenhaus. Ihr Brustkrebs und der Kampf dagegen hinterlassen Spuren. Die 58-Jährige humpelt wie eine alte Frau. „Die Chemo hat meine Knorpel zerfressen“, sagt sie. Zuvor hatte sie, wie viele andere, jahrelang wohl systematisch gepanschte Medikamente bekommen: teuer, aber wirkungslos. Martin Porwoll hat diesen Skandal als Whistleblower ans Licht gebracht. Gemeinsam kämpfen sie um Gerechtigkeit. Voran geht es nur in Zeitlupe; ein Ende ist nicht in Sicht.