Bonn: Unfall bei Polizei-Einsatztraining - 23-Jähriger gestorben

Polizeipräsidium Bonn : 23-jähriger Polizist stirbt nach Unfall bei Einsatztraining

Nach einem Unfall bei einem Einsatztraining vor zwei Wochen ist ein junger Beamter der Bonner Polizei nun gestorben. Sein Kollege hatte auf ihn geschossen - und möglicherweise seine Dienstwaffe mit einer Attrappe verwechselt.

Der schwer verletzte 23-jährige Beamte ist am Montagabend gestorben, wie die Staatsanwaltschaft Bonn mitteilte. Er war am 26. November bei einem Einsatztraining von seinem 22 Jahre alten Kollegen angeschossen und schwer verletzt worden und hatte seitdem im Koma gelegen. Die Kugel hatte den Polizisten in den Hals getroffen. „Seine Verletzungen waren schwerer als zunächst angenommen“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn. Er bezeichnet den Tod des jungen Beamten als „sehr, sehr tragisch“, es werde nun alles getan, um ihn aufzuklären.

Die beiden Polizisten waren nach bisherigem Stand der Ermittlungen bei der Übung im Polizeipräsidium Bonn auf dem Weg von einem Umkleideraum zum Schießstand. Dabei trugen sie sowohl ihre Dienstwaffen als auch baugleiche Pistolenattrappen, die im Training verwendet werden.

Die genauen Umstände und Hintergründe sind Gegenstand der Ermittlungen, die das Polizeipräsidium Köln aus Neutralitätsgründen übernommen hat. „Es gibt zwar zwei Personen, die dabei waren, aber von dem Vorfall nichts mitbekommen haben“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ob der 22-Jährige eine echte Pistole für eine unechte gehalten habe, könne man noch nicht sagen, wie es seitens der Ermittler heißt.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuerst Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung im Amt eingeleitet und ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung gegen den 22-jährigen Polizeibeamten. Parallel läuft ein Disziplinarverfahren gegen ihn.

Bonns Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa reagierte bestürzt auf die Nachricht vom Tod des jungen Polizisten. "Wir trauern um einen zuverlässigen und beliebten Kollegen, der am Beginn seines Berufslebens stand. Er war mit Leib und Seele Polizeibeamter, stammt aus einer Polizistenfamilie, sein Vater und seine Schwester gehören der Polizei NRW an", sagte sie am Dienstag. Im Polizeipräsidium sei ein Trauerraum eingerichtet worden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte: "Die nordrhein-westfälische Polizeifamilie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

(hsr/dpa)
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