Bonn: Radfahrerin wird in Bonn von Lkw überrollt

Erneuter Abbiegeunfall : Radfahrerin wird in Bonn von Lastwagen erfasst und tödlich verletzt

Eine 25-jährige Radfahrerin ist in Bonn von einem Lastwagen erfasst worden und kurze Zeit später im Krankenhaus verstorben. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen beim Abbiegen, noch sind Assistenzsysteme aber keine Pflicht.

In Bonn ist am Montag eine Radfahrerin von einem Lastwagen erfasst und tödlich verletzt worden. Der 63 Jahre alte Fahrer des Lastwagens habe abbiegen wollen und die 25-jährige Radfahrer-in wohl übersehen, teilte die Polizei mit. Sie wurde vor Ort von einem Notarzt behandelt und dann mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht. Dort erlag sie wenig später ihren Verletzungen. Zur Betreuung der Unfallzeugen wurde ein Seelsorger alarmiert.

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn Lastwagenfahrer beim Rechtsabbiegen Fahrradfahrer übersehen. Vor einer Woche erst war in Mönchengladbach eine 17-Jährige schwer verletzt worden. Bundesweit kamen im vergangenen Jahr 38 Menschen bei Abbiegeunfällen ums Leben. In Köln musste sich Ende Mai ein Müllwagenfahrer vor dem Amtsgericht verantworten, weil er einen siebenjährigen Jungen überfahren hatte. Das Kind starb, die Amtsrichterin stellte das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den 38-jährigen Fahrer aber ein. Der Tod des Jungen sei durch ein tragisches Unfallgeschehen verursacht worden.

Assistenzsysteme sollen helfen, Abbiegeunfälle zu vermeiden, etwa Kameras am Lastwagen mit dem so genannten „Birdview“-System, das die Umgebung und den toten Winkel nahezu vollständig darstellt. Speditionen, die ihre Lkw mit einem Abbiegeassistenten nachrüsten, bekommen inzwischen einen Zuschuss von 1500 Euro pro Fahrzeug. Das Förderprogramm des Bundesamts für Güterverkehr gibt es seit Anfang dieses Jahres.

Eine Pflicht zur Nachrüstung gibt es noch nicht. In den kommenden Jahren könnte es aber auf europäischer Ebene zumindest verpflichtend werden, neue Fahrzeuge mit den Abbiegeassistenten auszustatten. NRW und andere Bundesländer hatten im Sommer 2018 dafür gestimmt.

Der ADFC NRW fordert neben der Umrüstung der Lastwagen baulich getrennte Radwege und besser geschützte Kreuzungen. Der Verband Spedition und Logistik NRW appelliert immer wieder auch an die Kommunen, Beschilderungen und Durchfahrten eindeutig zu regeln und rät Fußgängern und Radfahrern, im Zweifel einem Lkw die Vorfahrt zu lassen, wenn es keinen Blickkontakt zum Fahrer gibt. „Bei jedem Rechtsabbiegen bleibt ein Risiko“, sagt Sprecher Rüdiger Ostrowski.

(hsr/dpa)
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