Bonn: Prozess gegen Walid S. startet wegen versuchten Totschlags

Vorwurf des versuchten Totschlags : Prozess gegen Walid S. startet in Bonn

Der polizeibekannte 23-Jährige muss sich wegen versuchten Totschlags vor dem Bonner Schwurgericht verantworten. Er soll laut Staatsanwaltschaft einen wehrlos am Boden liegenden Mann schwer attackiert und Polizisten angegriffen haben.

Ab dem heutigen Donnerstag muss sich Walid S. vor dem Bonner Schwurgericht verantworten: Er ist wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Außerdem wird dem polizeibekannten 23-Jährigen ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Widerstand, Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Laut Anklage soll Walid S., der in Mehlem wohnt, in der Nacht zum 10. Februar in eine Schlägerei an der Rathausgasse verwickelt gewesen sein. Dabei soll er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einen wehrlos am Boden liegenden 26-Jährigen massiv attackiert und dessen Tod dabei „billigend in Kauf genommen“ haben. Walid S. sitzt seit 15. Februar wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft.

Der tätliche Angriff auf die Polizisten ereignete sich am 12. Januar. Er soll unter anderem eine Beamtin zur Seite gestoßen, um sich geschlagen und die Ermittler wüst beschimpft haben. Die Liste der Fälle, bei denen der 23-Jährige in der Vergangenheit mutmaßlich mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, ist lang. Dazu zählen Schlägereien, Bedrohungen und nicht die brutale Attacke auf Niklas Pöhler, der im Mai 2016 starb. Walid S. war im Prozess als Hauptverdächtiger angeklagt, aber mangels Beweisen freigesprochen worden.

Eingestellt wurden zwei Verfahren, bei denen es um Vorfälle am 14. Oktober 2017 in Bad Godesberg ging – eine Bedrohung und eine Schlägerei. Bislang hat er eine Jugendstrafe von acht Monaten verbüßt, und zwar wegen einer Gewalttat vom April 2016. Außerdem war er im Oktober 2018 zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden.

Walid S. wurde vorgeworfen, am 10. Dezember 2017 einen Mann in einer Hennefer Diskothek angepöbelt und geschlagen zu haben. Sowohl die Staatsanwaltschaft, die vier Monate Haft auf Bewährung beantragt hatte, als auch der Anwalt von Walid S., der einen Freispruch erwirken wollte, waren mit dem Urteil nicht zufrieden. Doch der Fall wurde nicht noch einmal vor der Berufungskammer des Landgerichts aufgerollt. Beide Seiten nahmen die Berufung zurück, damit ist das Urteil rechtskräftig.

Dieser Artikel ist zuvor bereits beim Bonner „General-Anzeiger“ erschienen.

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