Bonn: Polizist von Kollege erschossen - Schuss löste sich laut Schütze versehentlich

Getöteter Polizist in Bonn : Schütze äußert sich erstmals zu Unfallhergang

Ende November ist in Bonn ein Polizist von einem Kollegen angeschossen worden. Er starb an seinen Verletzungen. Nun äußert sich der Schütze erstmals zum Vorfall.

Etwa einen Monat nach dem tödlichen Schuss auf seinen Kollegen Julian Rolf während einer Übung bei der Bonner Polizei hat der 23-jährige Schütze sich über seinen Anwalt schriftlich zu dem Vorfall geäußert, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Demnach habe sich der Beamte bereits Mitte vergangener Woche bei Polizei und Staatsanwaltschaft eingelassen. Die Zeitung beruft sich dabei auf Justizkreise.

Nach den Schilderungen des Beschuldigten hat es sich um eine tragische Kurzschlussreaktion gehandelt, die zum Tod des gleichaltrigen Kollegen führte. Demnach sollte der spätere Schütze nach einer Amoklaufübung seine Dienstwaffe aus dem Spind holen. Als diese nicht im Holster einschnappte, will er die Waffe der Marke Walther PP6 herausgeholt und überprüft haben.

In dem Moment habe ihn ein Geräusch aufgeschreckt. Dann löste sich nach Darstellung des Schützen der Schuss. Das Projektil traf Rolf, der gerade den Raum betrat, in den Hals. Spekulationen, wonach der Schütze eine ungefährliche Übungswaffe mit seiner scharfen Pistole verwechselte und aus Jux abdrückte, scheinen nach der Einlassung wenig stichhaltig.

Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ steht der Schütze seit dem Vorfall unter Schock. Seinem Umfeld zufolge sei er „völlig fertig“ und könne nicht begreifen, wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte.

Am Freitag wurde Julian Rolf in seiner Heimatstadt Bonn beerdigt. An der Trauerfeier in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena im Stadtteil Endenich nahmen mehrere Hundert Menschen teil. Unter ihnen waren Familie, Freunde, zahlreiche Kollegen sowie NRW-Innenminister Herbert Reul.

(mba)
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