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Bonn: Bewährungsstrafen für Maskenverweigerer nach Supermarkt-Schlägerei

Prozess in Bonn : Bewährungsstrafen für Maskenverweigerer nach Supermarkt-Schlägerei

Das Landgericht Bonn hat zwei aggressive Maskenverweigerer wegen Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Sie waren ohne Masken in einen Supermarkt gegangen - offenbar, um gezielt zu provozieren.

Nach Überzeugung der Kammer waren die Angeklagten im Mai 2020 ohne Mund-Nasen-Schutz in einen Supermarkt in Troisdorf gegangen, um gegen die Maskenpflicht in der Corona-Pandemie zu protestieren. Als Mitarbeiter die Polizei holten, eskalierte die Situation: Laut Urteil vom Freitag schlug einer der Angeklagten einem Beamten mit der Faust ins Gesicht und verletzte ihn dabei erheblich.

Der 36-Jährige wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Beleidigung zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der zweite 39 Jahre alte Angeklagte erhielt eine zehnmonatige Bewährungsstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte für beide Männer Freiheitsstrafen ohne Bewährung gefordert.

Die Angeklagten hatten die Geschehnisse im Supermarkt gefilmt und das 30-minütige Video ins Internet gestellt. Der 36-Jährige wird der „Reichsbürger“-Szene zugeordnet. „Er hat eine Bühne gesucht, um seine Weltanschauung zur Schau zu stellen“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Die Beamten seien bewusst provoziert worden.

Das Verfahren gegen eine ebenfalls angeklagte 31-jährige Frau, die bei der Tat dabei gewesen sein soll, wurde abgetrennt, da sie wenige Tage vor Prozessbeginn ein Kind bekommen hatte.

(top/dpa)