boerse.bz: Bundesweite Razzia gegen Online-Tauschbörse

Portal boerse.bz : Bundesweite Razzia gegen Online-Tauschbörse

Polizei und Staatsanwaltschaft Köln haben am Dienstag 121 Wohnungen in ganz Deutschland, darunter in 23 NRW-Städten, durchsucht: Sie ermitteln wegen gewerbsmäßiger Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Film- und Musikmaterial auf dem Internet-Portal "boerse.bz". Nutzer sollen 2,7 Millionen Menschen sein.

Die Polizei in Köln hat unter Beteiligung von mehr als 400 Polizisten mit der Staatsanwaltschaft Köln bundesweit insgesamt 121 Wohnungen in 14 Bundesländern nach Beweismitteln durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Köln auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, gab es Razzien in 23 NRW-Städten, darunter in Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach.

Bei den Durchsuchungen konnten Beweismittel in größerem Umfang (wie z.B. Computer, Festplatten, eine Vielzahl von CDs und DVDs) sichergestellt werden. Foto: Polizei

Razzien bei Uploadern, keine Festnahmen

Bei der Durchsuchung konnten zahlreiche Beweismittel, wie Computer, Festplatten, eine Vielzahl von CDs und DVDs sichergestellt werden, informieren die Ermittler. Einige der Tatverdächtigen zeigten bereits Kooperationsbereitschaft, berichtet die Polizei. "Festnahmen gab es keine", sagte Daniel Vollmert, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft in Wirtschaftsstrafsachen. "Bei den Verdächtigen handelt es sich um Uploader", also um Personen, die illegales Material auf boerse.bz hochgeladen haben, erklärte er weiter. Inwieweit es sich bei den Verdächtigen um Drahtzieher oder Nutzer des Portals handelt, müssen die Ermittler erst noch herausfinden.

Die Ermittlungsbehörden erhoffen sich, über die Auswertung der Beweismittel weitere Erkenntnisse über die Raubkopierszene zu erlangen.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum in erheblichem Ausmaß aktuelle, urheberrechtlich geschützte Kino- und Spielfilme, Musikalben, Software und E-Books bei diversen Filehostern hochgeladen und über das Portal boerse.bz einer überwiegend deutschen Downloadszene bereitsgestellt zu haben, teilt die Polizei mit.

Dabei soll es sich um rund 2,7 Millionen Nutzer handeln, denen die Filme, Musikstücke und Bücher kostenlos zum Herunterladen bereitgestellt wurden. Hierdurch erzielen die Tatverdächtigen monatliche Gewinne in Höhe von bis zu mehreren tausend Euro. Die Rechteinhaber, insbesondere von Film- und Musikindustrie, seien hingegen leer ausgegangen, meldete die Polizei.

(ots/ met)
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