Bochum: Vergewaltigung auf Friedhof - Weitere Polizei-Versäumnisse

Nach Vergewaltigung auf Friedhof: NRW-Innenminister Reul räumt Fehler der Polizei ein

Im Fall der Vergewaltigung einer Frau auf einem Bochumer Friedhof durch einen vorbestraften Sexualstraftäter sind weitere Versäumnisse der Polizei bekannt geworden.

Die Polizei hat im Fall der Vergewaltigung einer Frau auf einem Bochumer Friedhof, die mutmaßlich durch einen vorbestraften Sexualstraftäter begangen wurde, offenbar gegen Vorschriften verstoßen. Nach einem Bericht der WAZ haben die Beamten den mutmaßlichen Täter nicht wie vorgeschrieben zweimal im Jahr zu einer Gefährderansprache zuhause aufgesucht, sondern mit ihm häufig nur auf dem Polizeipräsidium oder auch nur telefonisch gesprochen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Mittwoch vor Journalisten in Düsseldorf, aus Anlass dieses Falls hätten sämtliche Polizeibehörden vor wenigen Tagen eine Anweisung bekommen, die Gefährderansprachen in solchen Fällen grundsätzlich nur in den Wohnräumen der Betroffenen vorzunehmen.

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Wie unsere Redaktion als erste berichtet hatte, war der mutmaßliche Täter, der die Frau am 18. Februar eine Frau vergewaltigt haben soll, Teilnehmer eines Resozialisierungskurses für rückfallgefährdete Sexualstraftäter. Nach Informationen unserer Redaktion hatten die Sicherheitsbehörden den Fall ursprünglich unter Verschluss halten wollen. Reul kündigte an, dass bei dem Resozialisierungsprogramm nun nachgesteuert werden müsse, "damit nicht das gesamte Programm ins Gerede kommt". Es sei ein Fehler gewesen, dass die Bochumer Polizei den Fall zunächst nicht öffentlich gemacht habe. Auch das werde sich künftig ändern.

Der mutmaßliche Vergewaltiger sitzt inzwischen in Haft. Das Opfer hatte früheren Angaben zufolge bemerkt, dass der Mann nach der Tat in ein Taxi stieg. Über den Taxifahrer konnten die Ermittler den mutmaßlichen Täter, der Deutscher sein soll, ermitteln.

(tor)