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Bis 2030: Erzbistum Köln will aus 500 Pfarreien 50 machen

Pläne bis zum Jahr 2030 : Von 500 Pfarreien sollen 50 bleiben

Das Erzbistum Köln plant eine massive Reform – und will Laien stärker einbeziehen.

Das Erzbistum Köln steht vor einer einschneidenden Strukturreform. Bis 2030 sollen seine bislang rund 500 Parreien zu 50 bis 60 Pfarreien mit jeweils mehreren Gemeinen zusammengelegt werden. Über die Pläne sprach am Wochenende das zentrale Beratungsgremium von Erzbischof Rainer Maria Woelki, der Diözesanpastoralrat. Demnach sollen Laien in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen. Die Pfarreileitung soll jedoch – gemäß einer Instruktion aus dem Vatikan – bei einem Priester bleiben.

Deutschlands mit rund 1,9 Millionen Katholiken mitgliederstärkste Diözese will künftig zwischen „Gemeinde“ und „Pfarrei“ unterscheiden. Dabei soll eine Gemeinde ein Ort sein, an dem sich Menschen als christliche Gemeinschaft zusammenfinden. Diese kann sich zum Beispiel aus einer etablierten Kirchengemeinde, aus einer Jugendgruppe oder in einem Altenheim entwickeln. „Gemeinden sind Keimzellen unseres Glaubens“, sagte der Kreisdechant des Rheinisch-Bergischen Kreises, Norbert Hörter, der am Reformprozess beteiligt ist.

Verschiedene Gemeinden werden den Plänen zufolge in eine „Pfarrei“ eingebunden, die somit eine übergeordnete Einheit darstellt. Sonntagsmessen sollen innerhalb einer Pfarrei garantiert sein, jedoch nicht in jeder Kirche.

Geleitet wird jede Pfarrei von einem Pfarrer, der mit Haupt- und Ehrenamtlichen zusammenarbeitet, wie es hieß. In den Gemeinden hingegen sollen ehrenamtliche „Teams von Verantwortlichen“ tätig sein, die der Pfarrer auf Zeit beauftragt. Die drei bis acht gefirmten und volljährigen Katholiken sollen sich vor Ort zum Beispiel um Evangelisierung und Ökumene kümmern.

Die Umrisse der künftigen Pfarreien werden laut Hofmann im Laufe des kommenden Jahres von einem zentralen Gremium erstellt. Dann werde der Vorschlag in den Seelsorgebereichen diskutiert und gegebenenfalls überarbeitet. „Das wird sicherlich einige Jahre brauchen“, sagte der Generalvikar. 2030 wolle man fertig sein. Am Ende setze der Erzbischof die Strukturen in Kraft. Hofmann schloss nicht aus, dass die Erzdiözese weitere Kirchen aufgeben wird.

(felt/kna)