Bielefeld-Verschwörung: 2000 Menschen wollen beweisen, dass es Bielefeld nicht gibt

Eine-Million-Euro-Wettbewerb : 2000 Menschen wollen beweisen, dass es Bielefeld nicht gibt

Die Stadt Bielefeld hat auf ihren Wettbewerb zur „Bielefeld-Verschwörung“ ein weltweites Echo erhalten. Es seien mehr als 2000 E-Mails von Menschen eingegangen, die beweisen wollen, dass es Bielefeld nicht gibt.

Rund 300 davon kämen aus dem Ausland, zum Beispiel aus den USA, Kanada, Russland, Indien, Japan und Neuseeland. Eingegangen seien durchaus fantasievolle Beiträge von Kinderbildern über Gedichte, handgezeichnete Comics bis zu literarischen Aufsätzen. Das teilte eine Sprecherin des Stadtmarketings mit. Anlass des Wettbewerbs ist das 25. Jubiläum der „Bielefeld-Verschwörung“ in diesem Jahr.

Die Stadt hatte die Marketing-Aktion „#Bielefeldmillion - Das Ende einer Verschwörung“ vor zwei Wochen gestartet. Seitdem wurde weltweit in den Medien darüber berichtet, darunter in der BBC, im „Sydney Morning Herald“ oder in den indischen „Hindustan Times“. Auf Twitter gehörte der Hashtag #Bielefeldmillion zwischenzeitlich mit zu den Top-Themen. Als Preis „für den ultimativen Beweis“, dass es Bielefeld nicht gibt, winken den Teilnehmern eine Million Euro. Einsendeschluss war der 4. September um 24 Uhr.

„Die meisten Einsender haben sich große Mühe gegeben, ihre Beweise ebenso humorvoll zu formulieren, wie unsere Aktion auch gedacht ist“, sagte Martin Knabenreich, Geschäftsführer des Bielefelder Marketing. Viele beriefen sich in ihren Texten auch auf die Wissenschaft. „Da wird die Existenz Bielefelds mit Argumenten aus der Quantenphysik angezweifelt, philosophisch wird der Begriff 'Existenz' gedreht und gewendet, komplizierte mathematische Berechnungen lassen eine ganze Großstadt auf dem Papier verschwinden“, erklärte die Stadt.

Das Marketing-Team wird die Argumente in den kommenden zwei Wochen gemeinsam mit Experten prüfen. „Einige der cleversten Beweise haben unseren Ehrgeiz geweckt und unsere Antworten sollen dem kreativen Einsatz dieser Teilnehmer ebenbürtig sein“, erklärte Knabenreich. Zweifel an der Bielefelder Existenz habe er aber immer noch nicht, betonte er augenzwinkernd: „Keine Sorge, wir Bielefelder sind uns unseres Seins immer noch ziemlich sicher.“ Am 17. September 2019 soll das Ergebnis vorgestellt werden.

Die sogenannte Bielefeld-Verschwörung hatte nach Angaben der Stadt ein Kieler Informatikstudent erfunden, der 1994 im Internet seinen satirischen Text veröffentlichte. Darin wurde behauptet, dass es die Stadt Bielefeld nicht gebe und deren angebliche Existenz eine Verschwörung sei. Damit habe sich der Kieler Achim Held über Verschwörungstheorien im Allgemeinen lustig machen wollen, hieß es. Held gehört zu den Unterstützern des Wettbewerbs, den die Stadt gemeinsam mit dem Bielefelder Stadtmarketing ausrichtet.

(dtm/epd)
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