Mit neuen Schöffen Nach Beschwerde – Prozess um Zirkusartisten in Bielefeld startet neu

In Bielefeld müssen sich mehrere Mitarbeiter eines Mitmach-Zirkus wegen versuchtem Mordes vor Gericht verantworten. Weil sich eine Schöffin bei der Presse gegen die Berichterstattung zu dem Fall beschwerte, wird der Prozess nun neu aufgerollt.

Blick auf das Landgericht Bielefeld. Ein Prozess gegen mehrere Zirkusmitarbeiter wird neu verhandelt.

Blick auf das Landgericht Bielefeld. Ein Prozess gegen mehrere Zirkusmitarbeiter wird neu verhandelt.

Foto: dpa/Friso Gentsch

Ein Prozess gegen mehrere Zirkusmitarbeiter vor dem Landgericht Bielefeld ist geplatzt und wird von diesem Mittwoch an neu verhandelt. Der Grund für den Neustart ist nach Angaben eines Gerichtssprechers ein Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin, mit dem die Verteidigung Erfolg hatte.

Angeklagt wegen versuchten Mordes sind drei Mitarbeiter eines Mitmach-Zirkus für Kinder aus Holzheim in Bayern. Während der Zirkus im Februar 2023 in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh Station machte, sollen die Männer laut Anklage mit Baseballschlägern auf zwei Kollegen losgegangen sein. Eine 27-Jährige soll Beihilfe geleistet haben. Hintergrund der brutalen Attacke auf das Paar sollen Forderungen nach einer Gehaltserhöhung gewesen sein. Als die Mitarbeiter sogar mit Kündigung drohten, sollen die Angeklagten gemeinsam beschlossen haben, die beiden zu verprügeln.

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Foto: dpa/Stefan Puchner

Die Schöffin hatte sich bei der Zeitung „Die Glocke“ über die Berichterstattung beschwert. Sie sei jedoch in ihren Angaben ungenau gewesen und habe zudem nicht klargestellt, dass sich die Kammer noch keine gemeinsame Meinung zum Prozessinhalt gebildet habe, erläuterte ein Gerichtssprecher. Damit sei ein Antrag der Verteidigung wegen Besorgnis der Befangenheit der Laienrichterin begründet gewesen. Der Prozess beginnt nun am Mittwoch von vorne - mit neuen Schöffen.

(dpa)