Bielefeld: Gericht rollt Prozess um Rietberger Raubmord neu auf

64-Jähriger getötet: Gericht rollt Prozess um Rietberger Raubmord neu auf

Zweieinhalb Jahre nach einem Raubmord in Rietberg in Ostwestfalen wird der Fall am Landgericht Bielefeld neu aufgerollt. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) die Urteile gegen die beiden Tatverdächtigen aufgehoben hatte, begann der Prozess am Dienstag von vorne.

In dem ersten Verfahren hatte das Landgericht zwei Männer zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Sie sollen im November 2015 in einer Bauernschaft zwei Brüder überfallen und dabei 700 Euro erbeutet haben. Das Landgericht berief sich auf Mord aus Habgier, versuchten Raub mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung. Im Haus waren 400.000 Euro versteckt.

Ein 64 Jahre alter Mann kam dabei ums Leben, sein damals 63-jährige Bruder konnte sich schwer verletzt zu Nachbarn schleppen. Der Hauptverdächtige war nach der Tat geflüchtet und sitzt wegen eines anderen Vergehens in Polen im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat seine Auslieferung beantragt.

  • Raubmord in Rietberg : Lebenslange Haftstrafen für zwei der drei Täter

Der BGH hatte gerügt, dass die 10. Kammer des Landgerichts Bielefeld im ersten Urteil den Tatplan und Vorsatz in der Beweisführung zu wenig gewürdigt habe.

In der zweiten Auflage des Verfahrens blieben die Angeklagten bei ihrer Linie und äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Zum Auftakt merkten die Anwälte der Angeklagten an, dass die 1. Kammer unglücklich besetzt sei. Unter den drei Berufsrichtern sitzt ausgerechnet der Jurist, der als Vorsitzender Richter das vom BGH gerügte Urteil gesprochen hatte. Das Gericht hat bis Ende April Termine angesetzt.

(lsa/lnw)
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