Bielefeld: Ausschreitungen bei Demo gegen Ursula Haverbeck

Bielefeld: Ausschreitungen bei Demo gegen Holocaust-Leugnerin Haverbeck

In Bielefeld hat es bei Demonstrationen zum Fall der verhafteten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck Ausschreitungen gegeben. An einer Solidaritätskundgebung und an der entsprechenden Gegendemo beteiligten sich deutlich mehr Menschen als erwartet.

Die Polizei zählte am Donnerstag etwa 350 Teilnehmer bei der Solidaritätskundgebung für Haverbeck, zu der die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ aufgerufen hatte. 600 Menschen seien dem Aufruf des Bielefelder Bündnisses gegen Rechts zu einer Gegendemo gefolgt, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei war mit Hundertschaften und einer Reiterstaffel im Einsatz. Im Vorfeld waren höchstens halb so viele Teilnehmer an beiden Kundgebungen erwartet worden.

Am Rande der Demos kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und etwa 100 vermummten Anhängern der linken Szene. Zwei Polizeibeamte seien dabei leicht verletzt worden, zwei Personen wurden wegen Widerstands gegen Polizeibeamte vorläufig festgenommen, sagte die Sprecherin.Per Twitter warfen zahlreiche Teilnehmer der Polizei vor, die Anreise der Gegendemonstranten zu behindern.

  • Vermummte werfen Steine auf rechte Demo und Polizisten

Die 89-jährige Haverbeck war am Dienstag in Vlotho verhaftet worden, nachdem sie eine Haftstrafe im Gefängnis in Bielefeld nicht angetreten hatte. Wegen Volksverhetzung war sie zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Sie hatte wiederholt behauptet, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. Haverbeck kandidiert bei der Europawahl 2019 für die Partei „Die Rechte“, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird.

(rls/dpa)
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