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Rekordpreise an den Zapfsäulen: Besonders hart trifft es die vielen Pendler

Rekordpreise an den Zapfsäulen : Besonders hart trifft es die vielen Pendler

Die Rekordpreise für Benzin und Diesel sorgen weiter für Diskussionen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt nimmt jetzt die Ölkonzerne ins Visier. Besonders hart trifft es die Pendler. Allein in NRW fährt die Hälfte der Berufstätigen jeden Tag weite Strecken mit dem Pkw.

Derweil fordern erste Koalitionspolitiker Steuerentlastungen für Autofahrer. Für Superbenzin müssen diese derzeit über 1,60 und für Diesel mehr als 1,50 Euro je Liter bezahlen.

Nach ADAC, FDP und CSU fordert auch der Chef der Linkspartei, Klaus Ernst, eine erhöhte Pendlerpauschale von 45 Cent pro Kilometer.

"Wir brauchen außerdem für die kommenden Jahre einen Systemwechsel. Die Pauschale muss in ein direkt gezahltes Pendlergeld umgewandelt werden, damit auch Niedrigverdiener profitieren", sagte Ernst unserer Redaktion.

Ernst berief sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach der Benzinpreis seit Januar 2004 um knapp 50 Prozent gestiegen ist, die Pendlerpauschale seitdem aber unverändert bei 30 Cent pro Kilometer liegt.

Jeder Zweite pendelt in NRW

Viele Menschen in NRW nehmen täglich eine lange Anfahrt zur Arbeit auf sich. Laut einer aktuelle Studie des Landesamtes für Statistik fährt etwa jeder zweite Berufstätige zum Arbeiten in eine andere Stadt.

Täglich pendeln etwa 290.000 Menschen nach Köln und 281.000 nach Düsseldorf. In der NRW-Landeshauptstadt ist der Anteil der Pendler besonders hoch: 58,6 Prozent der Menschen, die in Düsseldorf arbeiten, wohnen woanders. Damit deckt die Stadt ihren Bedarf an Arbeitskräften stärker als jede andere kreisfreie Stadt aus dem Umland.

Die höchste Quote an Pendlern, die zum Arbeiten aus dem Umland kommen, hat mit 80,1 Prozent Holzwickede im Kreis Unna. Spitzenreiter bei den Auspendlern ist Alfter bei Bonn. Die Gemeinde ist beinahe ein reiner Wohnort - 85 Prozent der berufstätigen Bewohner fahren zum Arbeiten in eine andere Stadt.

Die Pendlerstatistik verdeutlich auch, warum die Sperrung der A57 für das Pendler-Land NRW ein infrastrukturelle Katastrophe ist: Allein 11.898 Menschen fahren täglich von Köln nach Düsseldorf zur Arbeit, 1941 von Köln nach Neuss. In die umgekehrte Richtung pendeln täglich 6843 Menschen von Düsseldorf nach Köln, 2101 von Neuss nach Köln. Für die meisten von ihnen fällt mit der A57 die kürzeste Strecke zur Arbeit weg.

Die Pendler-Statistik für die einzelnen Städte in der Region finden Sie hier.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Pendler-Statistik für die Region

(jco)