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Besetztes Waldstück: Polizei setzt Räumung im Wuppertaler Osterholz fort

Osterholz : Polizei setzt Räumung von besetztem Waldstück in Wuppertal fort

Die Polizei hat am Mittwoch weitere Baumhäuser von Aktivistinnen und Aktivisten im Wuppertaler Osterholz geräumt. Das sei, so berichteten beide Seiten, bisher ruhig verlaufen. Doch das Geld des enormen Polizeiaufgebots hätte besser investiert werden können, findet die Bürgerinitiative.

Die Räumung eines von Aktivisten besetzten Waldstücks in Wuppertal ist am Mittwoch fortgesetzt worden. In der Nacht bis zum Mittwochnachmittag habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Baumhäuser und Holzkonstruktionen seien geräumt worden. Mehrere Personen sind dem Sprecher zufolge auch am Mittwoch von dort heruntergeholt worden. Eine Demonstration, an der am Dienstagabend etwa 350 Umweltschützer teilnahmen, sei ebenfalls störungsfrei verlaufen. Der Einsatz sei noch nicht abgeschlossen.

Auf Nachfrage berichtete der Sprecher von einem im Einsatz verletzten Kollegen, der am Mittwoch in ein Krankenhaus gebracht worden war. Zur Art und Ursache der Verletzung mache die Polizei keine Angaben.

In Wuppertal-Vohwinkel sollen rund 1500 Bäume gefällt werden, um Platz für eine Abraumhalde der Kalkindustrie zu schaffen. Eigentümer des Waldstücks ist ein kalkförderndes Unternehmen, das die Rodung gerichtlich durchgesetzt hatte. Die Aktivisten haben Barrikaden, Baumhäuser, Hütten und Plattformen errichtet, um dies zu verhindern. Die Räumung des besetzen Waldes hatte am Dienstagmorgen begonnen.

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Auch aus Sicht der Aktivisten verlief der zweite Tag nach Räumungsbeginn ruhig, wie Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative „OsterholzBleibt“ sagte. Sie kritisierte allerdings das Großaufgebot der Polizei und sagte, dass die Kosten für den Einsatz hätten besser investiert werden können. Sie werde das Gefühl nicht los, dass an den friedlichen Naturschützern ein Exempel statuiert werden solle.

Fridays for Future Wuppertal sieht in dem Abholzen von 1500 Bäumen zugunsten einer Abraumhalde „einen Skandal in Sachen Umwelt- und Klimaschutz“. Das Waldgebiet Osterholz ist nach Angaben der Aktivisten seit dem 15. August 2019 von Umweltschützern besetzt.

(bora/dpa)