Bertelsmann-Studie: So unterscheidet sich der Ausbildungsmarkt in NRW

Aktuelle Studie: So unterschiedlich ist der Ausbildungsmarkt in NRW

Mehr Bewerber als Lehrstellen - das ist nach wie vor die Ausbildungssituation in Deutschland. NRW gehört dabei zu den Schlusslichtern der Republik, mit großen regionalen Unterschieden. Ein Überblick.

Deutsche Betriebe klagen, dass sie keine geeigneten Bewerber für ihre Lehrstellen bekommen. Und dennoch liegt die Zahl der Ausbildungssuchenden in der Bundesrepublik noch immer über dem der angebotenen Ausbildungsplätze. Das geht aus dem "Ländermonitor berufliche Bildung 2017" der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Die Studienmacher registrieren aber seit 2007 eine Entspannung der Situation. So sei die Angebots-Nachfrage-Relation bundesweit um 8,7 Prozentpunkte gestiegen. 100 Prozent bedeutet dabei, dass es genauso viele Ausbildungsplätze wie Bewerber gibt. Ist die Quote geringer, liegt die Zahl der Ausbildungssuchenden über der Zahl der freien Stellen.

In NRW hat sich die Lage zwar ebenfalls leicht verbessert, doch mit einem Anstieg von 5,5 Prozentpunkten liegt das Bundesland deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (zweitletzter Platz). Demnach lag das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage im Jahr 2016 bei 88,3 Prozent (also auf 100 Bewerber kamen 88,3 Ausbildungsplätze), im Jahr 2007 dagegen bei 82,8 Prozent. Insgesamt wurden aber weniger Ausbildungsplätze gesucht, und es gab auch weniger Angebote - ein bundesweiter Trend.

Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede, wie ein Blick auf die 30 Arbeitsagenturbezirke im Jahr 2016 zeigt. So ist das Verhältnis zwischen Ausbildungsplätzen und -suchenden mit 97,3 Prozent im Bezirk Meschede-Soest am besten, während Oberhausen mit 78,9 Prozent den letzten Platz belegt. Auch alle anderen Ruhrgebietsstädte - mit Ausnahme von Essen (92,3 Prozent) - schneiden relativ schlecht ab. In der Landeshauptstadt Düsseldorf ist das Verhältnis dagegen recht ausgeglichen - 94,7 Prozent.

Sehen Sie hier weitere Ergebnisse aus unserer Region, aufgelistet nach den entsprechenden Arbeitsagenturbezirken:

  • Studie zum Ausbildungsmarkt : Ausländische Hauptschüler haben es in NRW schwer

Die Studie differenziert zudem nach Schulabschlüssen und den entsprechenden Chancen auf dem Ausbildungsmarkt (Zahlen von 2015). So heißt es, fast die Hälfte der Jugendlichen, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, fänden einen Ausbildungsplatz. Auch hier gibt es aber regionale Unterschiede. So liegt der Anteil im Arbeitsagenturbezirk Hamm bei gerade einmal 38,2 Prozent, im Bezirk Siegen dagegen bei 64,5 Prozent. Düsseldorf liegt mit rund 50 Prozent im Schnitt.

Ausländische Hauptschüler hätten es dabei schwerer, einen Ausbildungsplatz zu finden - mit ebenfalls erheblichen regionalen Unterschieden (35,6 Prozent im Arbeitsagenturbezirk Detmold bis 64,4 Prozent im Bezirk Ahlen-Münster).

Bei der Jugendarbeitslosigkeit bildet Duisburg mit 13,2 Prozent das Schlusslicht (Zahlen von 2015), gefolgt von Gelsenkirchen und Dortmund mit 12,5 Prozent. Düsseldorf liegt mit 8,5 Prozent im Durchschnitt, während Coesfeld mit 3,7 Prozent die niedrigste Quote aufweist - gefolgt von Rheine und Siegen.

Sehen Sie hier weitere Daten zur Jugendarbeitslosigkeit in unserer Region, aufgelistet nach den entsprechenden Arbeitsagenturbezirken:

(das)