Baustellen der Bahn in NRW 2018: Wo die Bahn im Rheinland buddelt

Geplante Baustellen : Wo die Bahn im Rheinland buddelt

Rund 1000 Baumaßnahmen hat die Bahn in diesem Jahr an Rhein und Ruhr geplant. Das ist dringend notwendig - auch damit der Rhein-Ruhr-Express so schnell wie möglich seinen Vollbetrieb aufnehmen kann. Eine Übersicht mit den zwölf wichtigsten Projekten in der Region.

Für den Bevollmächtigten der Deutschen Bahn in NRW, Werner Lübberink, ist es nicht weniger als die "Fortführung des Wiederaufbaus West", die der Staatskonzern in diesem Jahr betreibt. 1,3 Milliarden Euro will die Bahn in NRW bei rund 1000 Projekten verbuddeln. Tatsächlich liest sich die Liste der geplanten Maßnahmen beeindruckend: In diesem Jahr beginnt der Konzern zwischen Rhein und Ruhr mit Bauarbeiten an 61 Bahnhöfen - das sind immerhin zehn Prozent aller NRW-Bahnhöfe. 400 Weichen sollen erneuert, 600 Kilometer Schienen ausgetauscht und 19 Brücken auf den neuesten Stand gebracht werden. Hinzu kommen 340.000 neue Schwellen und 800.000 Tonnen Schotter.

Vor allem in NRW sind die Folgen der überalterten Infrastruktur immer wieder spürbar. Seit 2015 macht sich der Konzern daran, den Investitionsstau aufzulösen. Der Kunde soll dabei so wenig wie möglich belästigt werden: Durch Bündelung von Maßnahmen und eine schärfere Überwachung der Projekte sollen die baubedingten Verspätungen reduziert werden. Nach Angaben von Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla ist dies im vergangenen Jahr auch geglückt. Gegenüber 2016 seien trotz der gestiegenen Anzahl von Projekten die baubedingten Verspätungen um zehn Prozent zurückgegangen, sagt Pofalla.

Hier gibt es eine Übersicht über die Bahn-Baustellen 2018.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wären das gute Nachrichten für die Pendler im Rheinland. Denn hier ist eine ganze Reihe von Projekten geplant, die das Potenzial besitzen, die Betroffenen gehörig zu nerven (siehe Grafik). Vor allem die Großbaustellen zwischen Duisburg und Essen sowie zwischen Düsseldorf und Köln dürften manchen morgens fluchen lassen, wenn er statt mit dem Regionalexpress umständlich mit dem Schienenersatzverkehr - sprich: mit einem der 50 eingesetzten Busse - zur Arbeit kommen muss. Ohnehin dürften Vollsperrungen wie die zwischen Duisburg und Essen das Verkehrsaufkommen in der schon jetzt vom Stau arg gebeutelten Region zusätzlich nach oben treiben. Und mit den beiden Sperrungen in den Oster- und Herbstferien 2018 ist es nicht getan: Im Sommer 2019 soll der gleiche Streckenabschnitt für die Zeit der gesamten Sommerferien gesperrt sein.

Doch die Bahn hat gar keine andere Wahl, als beherzt die Projekte anzugehen. Mit dem Fahrplanwechsel im Winter 2018 nimmt der RRX den Betrieb auf - wenn zunächst auch nur in einer absoluten Light-Variante. Bislang kann noch kein Entscheidungsträger sagen, wann der Zug einmal im gewünschten 15-Minuten-Takt zwischen Dortmund und Köln pendelt. Damit der Vollbetrieb aufgenommen werden kann, müssen zunächst die Trassen ausgebaut und die Bahnhöfe angepasst werden.

Mit welchen Problemen die Bahn dabei zu kämpfen hat, lässt sich derzeit am Beispiel des Duisburger Hauptbahnhofs sehen: Eigentlich sollte dort schon längst mit der Modernisierung begonnen worden sein. Doch an der Ausschreibung beteiligte sich nur e.in einziges Unternehmen. Und dessen Angebot war aus Sicht der Bahn so horrend überteuert, dass sie sich zur Neuausschreibung entschloss - diesmal in kleineren Losen. Nach Angaben des NRW-Bahnhofschefs Stephan Boleslawsky soll es nun im kommenden Jahr endlich losgehen - auch wenn er nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit nicht zu 100 Prozent zusagen wollte, dass sich bei der neuen Ausschreibung ein besseres Angebot finden lassen wird.

Hier geht es zur Infostrecke: Bahn-Baustellen 2018 in NRW

(maxi)
Mehr von RP ONLINE