Bad Honnef: NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ist Aalkönig

NRW-Wirtschaftsminister : Wieso Andreas Pinkwart den Titel „Aalkönig“ trägt

Start-ups, Digitalisierung und Strukturwandel stehen üblicherweise auf der Themenliste vom FDP-Politiker Pinkwart. Nun darf der NRW-Wirtschaftsminister gedanklich in See stechen.

Fettige Finger statt Firmen-Förderbescheide: Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) kann künftig auf einem weiteren Chefsessel Platz nehmen - und zwar als „Aalkönig“ auf dem „Thron der rheinischen Aalmonarchie“. So will es das Aalkönigskomitee in Bad Honnef, dessen Entscheidung am Dienstag samt augenzwinkernder Begründung bekannt wurde. Auf der Suche nach einem neuen Regenten habe man vielerorts im Rheinland die Netze ausgeworfen und freue sich nun „über den glücklichen Fang eines schwergewichtigen Gelbaals“. Der FDP-Mann habe Untiefen gemeistert und sich nicht von Fallenstellern einfangen lassen.

Das Komitee zollte dem „wendigen FDP-Politiker“ Respekt. Er sei mit Glück und Gespür auch in schwerer See auf klarem Kurs geblieben, hieß es in der Begründung. Seine Aufgaben als Minister - ob die Förderung von Start-ups oder Internetausbau - werde Pinkwart meistern mit der Devise „Mehr Freiheit für Aale und uns alle“.

Und Pinkwart? Der strahlte. Es sei für ihn „eine große Ehre und Freude, in den Kreis der Aalkönige aufgenommen zu werden“, erklärte er am Dienstag. „Der Stadt Bad Honnef fühle ich mich eng verbunden, da ich sie und den Rhein-Sieg Kreis in früheren Jahren als Abgeordneter im Bundestag vertreten durfte.“ Pinkwart wurde in Berg Seelscheid geboren, gut 30 Kilometer von Bad Honnef entfernt.

Der kuriose Titel wird seit 2003 an Persönlichkeiten verliehen. Die Einnahmen des Proklamationsfestes - in diesem Jahr am 6. September auf dem Petersberg - werden gespendet, ein historisches Aalfangboot konnte mit dem Geld erhalten werden. Viele Prominente übernahmen die Aal-Regentschaft - darunter der einstige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der heutige FDP-Parteichef Christian Lindner. Pinkwart folgt auf dem aaligen Thron auf die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD).

Die Veranstaltung ist auch ein nostalgischer Blick zurück: Kommerzielle Aalfischerei ist seit den 80er Jahren Geschichte in der Region. Allzu fettige Finger muss Pinkwart bei der „Krönungszeremonie“ nicht riskieren: Früher sei dabei viel Aal gegessen worden, inzwischen sei das reduziert worden, sagt ein Komitee-Sprecher. Der Fisch tauche nur noch in der Vorspeise „in wohl dosierter Form“ auf. Warum? Aal schmecke ihm zwar sehr gut, aber das sei „nicht jedermanns Sache“.

(mba/dpa)
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