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In Köln und Roermond gefunden: Babys ausgesetzt: Findelkinder sind Geschwister

In Köln und Roermond gefunden : Babys ausgesetzt: Findelkinder sind Geschwister

Die Behörden in NRW und den Niederlanden suchen gemeinsam nach einer Frau, die in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwei Babys ausgesetzt hat. Ein Mädchen war in Hürth bei Köln an einen Mann übergeben worden, einen kleinen Jungen fanden Spaziergänger nahe Roermond.

Die Frau soll zunächst im Oktober 2011 ein Mädchen an einer Autobahnraststätte bei Hürth in der Nähe von Köln abgelegt haben. Am 18. Juni dieses Jahres entdeckten Spaziergänger um 6 Uhr früh auf einem Grünstreifen in der Ortschaft Maasniel bei Roermond in der Nähe der Autobahn einen verlassenen Jungen. Er war in ein weißes Handtuch gewickelt und weinte. Das Baby muss drei oder vier Tage alt gewesen sein. Beide Kinder waren laut Polizei gesund und wohlauf, als sie gefunden wurden. Bei beiden Babys war auch die Nabelschnur sorgsam abgeklemmt.

Kinder haben zumindest selbe Mutter

DNA-Abgleiche haben jetzt ergeben, dass die beiden Babys Geschwister sind. Zuvor hatte die niederländische Polizei rund 30 Tipps im Sommer erhalten - doch ohne Erfolg. Auf deutscher Seite führen das Kölner Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. "Es ist eindeutig erwiesen, dass die Kinder dieselbe Mutter haben", sagte Oberstaatsanwalt Daniel Vollmert. Bislang fehlt von der Mutter jede Spur. Die deutschen Ermittler suchten seit zwei Jahren vergeblich nach einem Anhaltspunkt in dem Fall. Doch auch jetzt ist die Polizei erst einmal auf Hinweise ihrer niederländischen Kollegen angewiesen.

"Wir hoffen, dass sich an der Babydecke möglicherweise noch weitere DNA-Spuren von anderen Personen finden lassen, die wiederum in der polizeilichen Datenbank stehen", erklärte Vollmert. "Aber da müssen wir erst auf die Laborergebnisse warten." Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau noch mehr Babys ausgesetzt haben könnte, als die zwei gefundenen.

Das vor zwei Jahren auf der Raststätte bei Hürth gefundene Baby war einem Rentner von einem unbekannten Mann an einem Glascontainer übergeben worden. Der Unbekannte soll gesagt haben, dass er das Kind im Wald gefunden hätte. Dann verschwand er. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich bei dem Mann um den Vater gehandelt hat", sagt Vollmert.

Geschwister sollen zusammengebracht werden

Der kleine Junge, dessen Name nicht bekanntgegeben wurde, lebt nun in einer Pflegefamilie. "Er isst gut, er trinkt gut, er schläft gut und er ist ein fröhlicher Junge", sagte eine Mitarbeiterin des Jugendamtes. Für ihn wäre es am besten, dass eine stabile Familie für ihn gefunden wird. "Am besten bei seiner Schwester."

Gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen bemühen sich die niederländischen Behörden nun darum, die Findel-Geschwister zu vereinen. Sie hoffen, dass auch der Junge mit seiner Schwester in deren Adoptivfamilie aufwachsen kann.

( Mit Agenturmaterial/dpa)