Aus Wildpark ausgebrochen: Entlaufener Luchs streift durchs Ruhrgebiet

Aus Wildpark ausgebrochen : „Mal hier, mal dort“ - Entlaufener Luchs streift durchs Ruhrgebiet

Bereits seit Wochen läuft bei der Polizei in Bochum eine besondere „Fahndung“, jetzt ist der extrem scheue Gesuchte wieder gesichtet worden: Ein Luchs streift durch das Ruhrgebiet.

Das Tier ist demnach vermutlich aus einem Wildpark in Haltern ausgebrochen. Das Tier sei zuletzt Mittwochabend auf einem Feld in Bochum gesichtet worden. Ende April hatten Spaziergänger die Polizei in Castrop-Rauxel verständigt, weil sie einen Luchs gesehen haben wollen. „Wenn die Kollegen dann ausrücken, ist das Tier aber immer schon weg“, sagte Polizeisprecher Volker Schütte. Erstmals hatte das Tier Schlagzeilen gemacht, als es in Herne von einem Autofahrer fotografiert wurde.

Die nachtaktiven Tiere galten in NRW lange als ausgerottet und sind weiterhin in den tiefen Wäldern von Sauerland, Eifel oder Teutoburger Wald selten. Darum geht die Polizei bei den Luchssichtungen auch davon aus, dass es sich um ein zweijähriges Männchen handelt, das kurz vor Weihnachten aus einem Gehege im Naturwildpark Granat bei Haltern ausbüxte.

Sein mutmaßlicher Besitzer wird daher auch bei jedem neuen Hinweis verständigt. Ziel sei es eigentlich, ihn mit Ködern in eine Lebendfalle zu locken, erklärte Wildpark-Betreiber Holger Beckmann. „Doch er taucht mal hier, mal dort auf. Solange er immer sein Revier wechselt, ist das wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“, sagte Beckmann. Er sei zudem überrascht, dass das Tier ausgerechnet durch die dicht besiedelte Landschaft des Ruhrgebiets streifen soll: „Wenn das wirklich unser Luchs ist, ist es erstaunlich, dass er es so weit geschafft hat - über so viele Straßen und zwei Kanäle.“

(seda/dpa)