60 Kilometer entfernt von Aachen Belgischer Atomreaktor Tihange 3 bleibt vorerst ausgeschaltet

Tihange 3 war am Montag unerwartet wegen einer Störung vom Stromnetz genommen worden. Anders als geplant, wird der belgische Atomreaktor nicht an diesem Mittwoch wieder hochgefahren.

 Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien (Archivbild).

Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien (Archivbild).

Foto: dpa/Oliver Berg

Der Reaktor soll frühestens wieder am 15. Oktober eingeschaltet werden, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Engie am Dienstagabend berichtete. Zusätzliche Wartungsarbeiten würden in den nächsten Tagen durchgeführt. Außerdem seien noch technische Analysen im Gange, erklärte Engie demnach.

Tihange 3 war am Montag unerwartet vom Stromnetz genommen worden. Grund war dem Betreiber zufolge ein Druckabfall in einem der drei Dampfgeneratoren. Engie hatte bekräftigt, die Abschaltung habe keine Auswirkung auf die Sicherheit der Anlagen oder für die Angestellten.

Tihange 3 liegt etwa 60 Kilometer entfernt von Aachen in Nordrhein-Westfalen. Der Meiler ist einer von zwei Atomreaktoren, den die belgische Regierung vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der gestiegenen Energiepreise bis mindestens Ende 2035 weiterlaufen lassen will, um die Energiesicherheit zu gewährleisten. Für die Umsetzung laufen Verhandlungen mit Engie. Ursprünglich hatte Belgien den Atomausstieg für 2025 vorgesehen.

In Deutschland gibt es seit langem Kritik an den belgischen Kraftwerken aus den 1970er und 80er Jahren. So wurden bei den Reaktoren im Nachbarland mehrfach Mängel festgestellt, etwa marode Betonteile. Die Stadt Aachen und die Bundesregierung haben deswegen in der Vergangenheit wiederholt gefordert, die AKWs stillzulegen.

(top/dpa)
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