Armin Laschet bei Ditib-Moschee in Aachen: "Islam gehört zu NRW"

Laschet bei Moschee-Eröffnung: „Der Islam gehört zu Nordrhein-Westfalen“

Bei der feierlichen Eröffnung der neuen Ditib-Moschee in Aachen hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den Islam und Muslime als Teil der Gesellschaft bezeichnet. Jahrelang hatte die Gemeinde eine alte Tankstelle als Moschee benutzt.

Die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde in Aachen hat eine neue Moschee. Nach siebenjähriger Bauzeit wurde am Samstag die Yunus-Emre-Moschee mit einer interreligiösen Zeremonie eröffnet. Nach dem Rezitieren von Bibel- und Koranversen durchschnitten der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, der Pfarrer der benachbarten katholischen Kirche und der Imam der Ditib-Gemeinde gemeinsam mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) das Band vor dem Eingang zur Moschee.

„Der Islam gehört zu Nordrhein-Westfalen und die 1,5 Millionen Muslime sind selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft“, betonte Laschet in seiner Rede. „Wir stehen zusammen und lassen uns unsere friedliche Gesellschaft nicht durch Hass kaputt machen.“

Jahrelang alte Tankstelle als Moschee

Fast vierzig Jahre lang hatte der Aachener Ditib-Gemeinde ein altes Tankstellengebäude als Moschee gedient. An hohen Feiertagen hätten viele der 900 Gemeindemitglieder draußen vor der Tür bleiben und ihr Gebet gen Mekka auf Plastikteppichen verrichten müssen, berichtete der Gemeinde-Vorsitzende Abdurrahman Kol.

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Die neue Moschee bietet nun mit 700 Quadratmetern Gebetsfläche unter einer riesigen Glaskuppel Platz für 600 Betende. Das vierstöckige Gemeindezentrum mit einer Gesamtfläche von 6000 Quadratmetern beherbergt neben dem zentralen Gebetssaal eine Cafeteria, zwölf Sozialwohnungen, eine Bibliothek und Gemeinschaftsräume für Kulturveranstaltungen und Bildungskurse. Vom 40 Meter hohen, nicht begehbaren Minarett wird es keinen Muezzinruf geben.

Symbol für tolerante und friedliche Miteinander

Die neue nach dem Volksdichter Yunus Emre (1240-1321) benannte Moschee sei ein Wahrzeichen für das friedliche Miteinander und diene der kulturellen und sozialen Integration im multikulturellen Ostviertel der Stadt, sagte Kol. „Die Yunus-Emre-Moschee gehört zu Aachen und wird ein Haus für alle Aachener sein“, bekräftigte auch Oberbürgermeister Marcel Philipp. Das Gotteshaus sei ein Symbol für das tolerante und friedliche Miteinander in der multikulturellen Stadt. Das Gemeindezentrum schaffe „ein Miteinander, das jenseits aller Feste auch dann hält, wenn es gilt, sich gemeinsam jenen entgegenzustellen, die unser Zusammenleben stören wollen.“

Das auf dem ehemaligen Tankstellen-Gelände errichtete Gemeindezentrum sei größtenteils durch Eigenleistungen entstanden, erklärte der Schatzmeister der Aachener Ditib-Gemeinde, Osman Karaduman. Von den 8,5 Millionen Euro Baukosten seien sechs Millionen Euro durch Spenden zusammengekommen. Auch etliche Nichtmuslime hätten den Neubau mit Geldspenden unterstützt. Viele türkischstämmige Handwerker hätten zudem unentgeltlich ihre Arbeitskraft und Baumaterialien zur Verfügung gestellt.

(epd/heif)
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