Erhöhung auf 8,4 Prozent: Arbeitslosigkeit in NRW im Juli wieder gestiegen

Erhöhung auf 8,4 Prozent : Arbeitslosigkeit in NRW im Juli wieder gestiegen

Auf dem NRW-Arbeitsmarkt steigen die Arbeitslosenzahlen. Die Experten sprechen vom Sommerloch. Doch ein Grundproblem bleibt: Die Hälfte der Arbeitslosen ist gering qualifiziert und findet keinen Job.

Der frühe Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen hat im Juli die Arbeitslosigkeit im bevölkerungsreichsten Bundesland nach oben schnellen lassen. Zum Ende des Monats waren gut 777 500 Menschen ohne Job, 16 700 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich entsprechend von 8,2 Prozent im Juni auf 8,4 Prozent, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Düsseldorf mit. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe jedoch weiter hoch, trotz spürbarer wirtschaftlicher Skepsis in den Unternehmen.

Zwei Drittel des Zuwachses der Arbeitslosigkeit im Juli sei auf jüngere Menschen entfallen, die sich nach Schule und betrieblicher Ausbildung vorübergehend arbeitslos gemeldet hätten, begründete der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Peter Jäger, den Anstieg. Dabei sprach er von einer "saisontypischen" und "unspektakulären" Entwicklung. Im zweiten Ferienmonat August werde die Zunahme der Arbeitslosigkeit voraussichtlich schwächer ausfallen.

Weiterhin auf hohem Niveau liege die Nachfrage nach Fachkräften. Darin spiegelt sich nach Einschätzung von Jäger aber auch ein Kernproblem des Arbeitsmarktes in NRW wider: Gut die Hälfte der Arbeitslosen suchten gering qualifizierte Helferjobs. Zwei Drittel der Angebote seien aber Fachkraft-Tätigkeiten. Auf eine Helferstelle kämen derzeit im Schnitt 22 Arbeitslose. Jäger: "Die erheblichen Diskrepanzen zwischen Angebots- und Nachfrageprofilen verhindern, dass mehr Arbeitslose eine Beschäftigung aufnehmen können".

Unterdessen geht der NRW-Ausbildungsmarkt 2014 in den Endspurt: Ende Juli waren nach Angaben der Regionaldirektion noch rund 29 000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Gegenüber dem Vorjahr habe sich das Lehrstellengebot zwar erhöht, aber mehr als 34 600 junge Menschen hatten im Juli noch keinen Ausbildungsvertrag. In NRW gebe es keinen ausgeglichen Arbeitsmarkt, betonte Jäger. Es gebe regional zum Teil sehr unterschiedlich Besetzungs- und Versorgungsprobleme für Ausbildungsplatzsuchende.

Rückläufig sind in NRW inzwischen im fünften Jahr die Zahl der Auszubildenden. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes befanden sich Ende 2013 gut 317 700 junge Menschen in der Ausbildung. Das waren 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Jahr 2000 lag die Zahl noch bei 342 000 Menschen. Stark rückläufig war die Zahl der Auszubildenden im vergangenen Jahr vor allem im Handwerk und in der Hauswirtschaft, die auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Statistik 1976 fielen.

(lnw)
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