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Anschlag in Hanau: NRW verzichtet auf Karnevalsempfänge und schützt Moscheen

Nach Anschlag in Hanau : NRW verzichtet auf Karnevalsempfänge - Moscheen sollen geschützt werden

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat nach dem Anschlag in Hanau Karnevalsveranstaltungen in den Landesvertretungen in Berlin und Brüssel abgesagt. In Köln zieht die Polizei Konsequenzen aus dem Vorfall.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gab am Donnerstag bekannt, dass er angeordnet habe, Orte, an denen sich viele muslimische Mitbürger aufhalten, mit Polizeistreifen zu sichern. „Dazu gehören während des Freitagsgebets auch die Moscheen.“ Konkret nannte er die landesweit 900 Moscheen während des morgigen Freitagsgebets. Zudem sollen die zuständigen Kontaktbeamten der Polizei den Moscheegemeinden unmittelbar Rat und Hilfe anbieten.

Er habe zudem Trauerbeflaggung für Donnerstag und Freitag für das ganze Land angeordnet und eine Schweigeminute im Innenministerium. Die Anordnung des Ministers gelte für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen, wie das Ministerium mitteilt.

„Nach allem, was wir wissen, handelte der Täter aus rassistischen Motiven“, sagte Reul. Gegen das Gift des Rassismus „müssen wir ein Gegengift finden“, sagte Reul. „Ich glaube, es ist wichtig, dass wir trotz der tollen Tage jetzt innehalten.“ Es handele sich um eine der schlimmsten rechtsextremistischen Taten in der Geschichte der Bundesrepublik.

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) gibt es Hinweise auf ein „fremdenfeindliches Motiv“. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts.

Die Kölner Polizei hat nach dem Anschlag in Hanau vorsorglich ihre Aufklärungsmaßnahmen verstärkt, wie sie am Donnerstag mitteilte. Sie stehe in Kontakt mit der Stadt, dem türkischen Generalkonsulat, dem Ditib-Vorstand, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde und dem Festkomitee des Kölner Karnevals. Bislang gebe es jedoch keine Hinweise auf Verbindungen nach Köln. Der Staatsschutz der Kölner Polizei steht zudem mit allen Sicherheitsbehörden der Länder und des Bundes im Austausch. „Die Sicherheitslage wird in Köln stetig neu bewertet, um auch über die Karnevalstage weiter ein Höchstmaß an Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten“, hieß es weiter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schüsse in Hanau – elf Menschen sterben

(mba/dpa)