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Dortmund: Angeklagter schweigt nach Raubmord an Weihnachten

Dortmund : Angeklagter schweigt nach Raubmord an Weihnachten

Ein junger Mann steht wegen Raubmordes vor Gericht. Er sagt, er sei gerade 19 Jahre alt geworden. Damit fiele er unter das Jugendstrafrecht. Ein Gutachter hält den Asylbewerber dagegen für älter. Das Gericht steht vor vielen Rätseln.

Am Morgen des ersten Weihnachtstages finden Angehörige die Leiche eines 43-jährigen Dortmunders in dessen Wohnung. Dass der Mann Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist, steht schnell fest. Doch die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwierig. Seit Dienstag muss sich nun ein Asylbewerber aus Marokko wegen Raubmordes vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Im Prozess will er schweigen. Und selbst sein Alter gibt Rätsel auf.

Der Angeklagte behauptet, gerade erst 19 Jahre alt geworden zu sein. Die Staatsanwaltschaft hat daran jedoch Zweifel und fühlt sich bestätigt durch ein vorläufiges medizinisches Gutachten, das das Alter des Mannes zur Tatzeit mit über 21 Jahren angibt. Im Falle einer Verurteilung wird die Antwort auf diese Frage noch einmal wichtig werden. Bei über 21-Jährigen darf das Jugendstrafrecht nicht angewandt werden. Stellen die Richter dann einen Mord fest, muss der Angeklagte mit lebenslanger Haft rechnen.

Laut Anklage lernten sich der Verdächtige und sein späteres Opfer in der Nacht auf den ersten Weihnachtstag 2014 kennen und verabredeten sich spontan zum Sex in der Wohnung des 43-Jährigen. Dort soll der Angeklagte seinen Gastgeber jedoch sofort angegriffen und schwer am Hals verletzt haben. So schwer, dass das Opfer kurz darauf erstickte.

Der Angeklagte soll dann Bargeld, eine Kette und zwei Jacken genommen haben und aus der Wohnung geflüchtet sein. In dem Prozess muss er sich außerdem wegen mehrerer Trickdiebstähle in Dortmund verantworten. "Auch dazu wird er keine Angaben machen", kündigte Verteidigerin Ina Klimpke an.

(lnw)