Tipps für Eltern beim Freibad-Besuch Wie können Kinder sich schützen?

Essen · Kommt es im Freibad zu Gewalt oder gar Übergriffen, sind Kinder oft mit gefährdet. So verhalten sich Eltern und Kinder richtig - auch wenn der Nachwuchs ohne Erwachsene unterwegs ist.

Am besten halten sich Kinder an gut sichtbaren Plätzen auf und sprechen bei Problemen die Mitarbeiter im Schwimmbad an. (Symbolbild)

Am besten halten sich Kinder an gut sichtbaren Plätzen auf und sprechen bei Problemen die Mitarbeiter im Schwimmbad an. (Symbolbild)

Foto: dpa-tmn/Sebastian Kahnert

Ins Freibad gehen - das sollte für Kinder und Eltern möglichst nicht mit Sorge verbunden sein. Gehen Kinder ohne ihre Eltern ins Freibad, sollten sie nicht nur schwimmen können, sondern auch Bescheid wissen, wie man sich vor eventuellen Gefahren durch andere Personen schützen kann.

Was zählt, wenn Kinder im Schwimmbad ohne Eltern unterwegs sind?

So bietet es sich an, dass in der Gruppe unterwegs sind. „Idealerweise halten sich Kinder zudem an gut sichtbaren Plätzen auf. Das kann in der Nähe von anderen Familien sein oder von der Schwimmbad-Aufsicht“, sagt Eric Voss von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Plätze, wo sich viele Jugendliche aufhalten, sollten sie dagegen eher meiden - damit es nicht zu Problemen wie Gewalt oder Übergriffen kommt. „Eltern und Kinder können sich auch präventiv beim Personal erkundigen, welche Orte gut sichtbar und geeignet sind“, rät Voss.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder laut auf sich aufmerksam machen können. „Eltern sollten ihre Kinder also darin bestärken, um Hilfe zu bitten. In erster Linie ist das Personal im Schwimmbad zuständig, wenn Kinder Unterstützung brauchen“, sagt Voss.

Das gilt auch, wenn Kinder mitbekommen, dass anderen Gewalt angetan wird. Statt selbst einzuschreiten, sollten sie andere Leute darauf aufmerksam machen. Hat das Kind Hemmungen, sich an die Mitarbeiter zu wenden, können auch andere Familien mögliche Ansprechpartner sein.

Wie entscheiden Eltern, ob sie Kinder allein ins Bad schicken können?

Das hängt von mehreren Faktoren ab: Zum einen sind das Alter, das Verhalten und die Schwimmfähigkeiten des Kindes entscheidend. Das Kind muss mindestens sieben Jahre alt sein und sich verantwortungsbewusst verhalten können. Zudem muss es sicher schwimmen können - also das Bronze-Abzeichen haben.

Zum anderen geht es aber auch darum, ob andere Personen eine Gefahr für das eigene Kind seien können. „In der Vergangenheit sind Einzelfälle von Übergriffen und Gewalt in Schwimmbädern bekannt geworden. Allerdings trifft dies nicht auf die Mehrheit der Bäder zu. Es gibt viele familienfreundliche Freibäder“, sagt Voss.

Er rät: „Am besten erkundigen sich Eltern vorher, ob es zu Vorfällen in dem Bad kam.“ Interessant ist natürlich auch, ob die Sicherheitsmaßnahmen daraufhin angepasst wurden.

Und: Auch im Schwimmbad gilt, was Kinder generell wissen sollten, wenn sie allein unterwegs sind: etwa einsame Ecken zu meiden und Fremden gegenüber eine gewisse Skepsis zu haben. „Also, dass das Kinder nichts von Fremden annehmen sollten, sich nicht in Gespräche verwickeln lassen, und natürlich nicht mit anderen Leuten mitgehen sollten“, sagt Voss.

(kag/dpa)