Ärzte in NRW: Wo es auf dem Land besonders wenig gibt

Aktuelle Zahlen : Wo es auf dem Land in NRW besonders wenig Ärzte gibt

Dichtes Netz in der Stadt, lange Wege auf dem Land: In NRW sind die regionalen Unterschiede bei der ärztlichen Versorgung noch immer groß. Vor allem Hausärzte sind rar - NRW steckt bei der Ärzteversorgung im Mittelmaß fest.

Wer in Nordrhein-Westfalen einen Arzt aufsuchen will, ist mitunter lang unterwegs. Vor allem in ländlichen Regionen im Nordosten des Landes ist die Versorgung unterdurchschnittlich. In den Großstädten dagegen ist das Arztnetz dicht. Die Zahl der Hausärzte, erste Anlaufstelle für viele Patienten, stieg in NRW im vergangenen Jahr nur leicht - in manchen Regionen ist der Mangel weiter eklatant. Das geht aus neuen Daten des Bundesarztregisters mit Stand Ende 2018 hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Unter den Städten und Kreisen NRW-weit am besten aufgestellt ist Bonn mit 325,6 Ärzten und Psychotherapeuten mit einer Zulassung für die Versorgung gesetzlich versicherter Kassenpatienten. Die Stadt liegt damit bundesweit auf Platz fünf. Dahinter folgen Münster (308) und Köln (267,1). In ländlicheren Regionen sind die Wege zum Arzt deutlich länger: Im Kreis Gütersloh gibt es nur 125,3 Ärzte pro 100.000 Einwohner, nur wenig besser sieht es in den Kreisen Kleve (129,2) und Lippe (132) aus.

Insgesamt ist das Arztnetz in NRW 2018 dichter geworden - wie in allen deutschen Bundesländern. Dennoch ist NRW im bundesweiten Vergleich nur Mittelmaß: Während die Kassenärzte-Region Nordrhein (225,1) immerhin auf Platz 4 von 17 liegt, wird Westfalen-Lippe (191) nur von Brandenburg unterboten.

Hier fällt besonders die schlechte hausärztliche Versorgung auf. Mit gerade einmal 59,9 Ärzten auf 100.000 Einwohnern ist keine Region Deutschlands so dünn besetzt wie Westfalen-Lippe. Deutschlandweit gab es am wenigsten Hausärzte Ende 2018 in Herford mit 50,4.

Um dieser Versorgungslücke entgegenzusteuern, gibt es in NRW ab dem kommenden Wintersemester 145 Landarzt-Studienplätze. Wer den Studienplatz erhält, muss sich Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge verpflichten, nach der Aus- und Weiterbildung zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Wer den Vertrag nicht erfüllt, muss mit einer Strafzahlung in Höhe von 250.000 Euro rechnen. Auf diese Weise soll jeder 13. neue Medizinstudienplatz vergeben werden.

(skr/dpa)
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