Landtagsfraktion verliert ihr Profil Aderlass bei der NRW-CDU

Landtagsfraktion verliert ihr Profil · Weil zahlreiche Schlüsselfiguren im Superwahljahr 2009 abwandern, um für den Bundestag oder Oberbürgermeister-Posten zu kandidieren, verliert die Landtagsfraktion ihr Profil.

 Die NRW-CDU hat einer Mitarbeiterin fristlos gekündigt.

Die NRW-CDU hat einer Mitarbeiterin fristlos gekündigt.

Foto: ddp, ddp

Thomas Jarzombek macht im Düsseldorfer Landtag für die CDU Politik. Der 35-Jährige ist Beauftragter für das Thema neue Medien. Er absolviert seine erste Legislaturperiode. Wenn es nach Jarzombek geht, soll es auch die Letzte sein.

Den EDV-Berater zieht es nach Berlin. Er will im Wahlkreis der ausgeschiedenen CDU-Abgeordneten Hildegard Müller für den Bundestag antreten. "Eine Chance, die ich nutzen möchte", sagt Jarzombek. "Im Bund sehe ich mehr Gestaltungsspielraum." So wie er denkt Mancher in der Fraktion.

Im Superwahljahr 2009 wird das Team von Fraktionschef Helmut Stahl einige Schlüsselspieler verlieren. Volkmar Klein, Mitglied des geschäftsführenden Fraktionsvorstands und finanzpolitischer Sprecher, kandidiert in Siegen-Wittgenstein für den Bundestag. Rudolf Henke, der Gesundheits-Experte, tritt in Aachen gegen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) an. Auch Reinhold Sendker aus Warendorf, der die Kommission "Ländlicher Raum" leitet, drängt es in die Bundeshauptstadt.

Auch bei der Kommunalwahl bewerben sich Landtagsabgeordnete der Union um Spitzenpositionen. Norbert Post, der sozialpolitische Sprecher, tritt in Mönchengladbach an, um Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) zu beerben. Josef Hovenjürgen aus Haltern, Sprecher der Ruhrgebietsabgeordneten, bewirbt sich um das Amt des Landrats im Kreis Recklinghausen. "Die Wechsel hinterlassen Lücken", räumt Fraktionschef Stahl ein.

Als Grund für den Abschied aus Düsseldorf wird hinter vorgehaltener Hand immer wieder die fehlende Profilierungsmöglichkeiten genannt. "Politische Anstöße gehen nur noch selten von der Fraktion aus", heißt es.

Von den Fachsprechern würde erwartet, die Initiativen der Minister durch wohlwollene Erklärungen zu flankieren.

(RP)
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