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Abrechnungsbetrug: Ersatzkassen in NRW erhalten über 1,7 Millionen Euro zurück

Betrug und Manipulationen : Ersatzkassen in NRW erhalten über 1,7 Millionen Euro zurück

Bei der Verfolgung von Abrechnungsbetrug haben die Ersatzkassen in Nordrhein-Westfalen 1,7 Millionen Euro zurückerhalten. Vor allem ambulante Pflegedienste wurden kontrolliert.

Die Gelder mussten im vergangenen Jahr Pflegedienste, Ärzte sowie Heil- und Hilfsmittelerbringer wegen falscher Abrechnungen und anderer Manipulationen zurückerstatten, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) in NRW am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.

Im Jahr 2020 sei somit durch Kontrollen über das Doppelte mehr als 2019 und der höchste Rückzahlungsbetrag seit 2003 erzielt worden. Fast 800.000 Euro habe allein ein Hilfsmittelerbringer leisten müssen. Er hatte bei einer Revision Falschabrechnungen festgestellt, sich bei den Krankenkassen gemeldet und die Summe zurückgezahlt.

Der Ersatzkassenverband, der seine Forderung nach einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft bekräftigte, beziffert die Zahl der im Jahr 2020 abgeschlossenen Prüffälle in NRW auf 63. Von diesen habe sich der Verdacht der Manipulation in 44 Fällen bestätigt. Bei 13 von ihnen wurde den Angaben nach die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, da sich zudem der Verdacht auf eine strafbare Handlung ergeben hatte. In weiteren zwei Fällen bestand der Verdacht auf eine Vertragsverletzung. Nicht erhärtet habe sich der Betrugsverdacht in 17 Fällen, hieß es.

Im Mittelpunkt der Überprüfungen standen ambulante Pflegedienste in NRW, wie der Verband erläuterte. Sie machten 75 Prozent der Überprüfungen aus. Damit im Zusammenhang stehende finanzielle Rückforderungen summierten sich auf rund eine halbe Million Euro - rund 28 Prozent der gesamten Rückforderungen. 270.000 Euro entfielen dabei auf einen Pflegedienst, wie der Verband erklärte. Der betreffende Dienst habe bei der Behandlungspflege Leistungen erbracht, zu denen 23 Mitarbeiter formal nicht ausreichend qualifiziert waren. Inzwischen habe der Pflegedienst den fehlerhaften Personaleinsatz beendet.

Aus dem Bereich der Ärzte und Zahnärzte mit zwei Verdachtsfällen stammt die größte Rückzahlungssumme im vergangenen Jahr in Höhe von fast 200.000 von einem Medizinischen Versorgungszentrum. Dieses hatte in einem bereits vor Jahren ermittelten Fall noch Rückzahlungen zu leisten.

Der Krankenhausbereich war im vergangenen Jahr mit einem Fall betroffen. Die Institutsambulanz eines Krankenhauses hatte ärztliche Leistungen von nichtärztlichen Therapeuten erbringen lassen, wie der vdek NRW erläuterte. Die Behandlungen erfolgten zwar medizinisch ordnungsgemäß, aber der Einsatz entsprach nicht den Vorgaben.

(top/epd)