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Aachen: Urteil wegen Kindesmissbrauchs erwartet​

Nach Hinweis von Online-Sexarbeiterin : Urteil wegen Kindesmissbrauchs in Aachen erwartet

Der Prozess am Landgericht Aachen gegen einen 57-Jährigen kam durch die Anzeige einer Online-Sexarbeiterin zustande. Die Frau wurde beim Video-Chat Zeugin von sexuellem Kindesmissbrauch. Sie nahm die Sequenz mit dem Handy auf und ging zur Polizei.

Den Hinweis gab eine Online-Sexarbeiterin: In einem Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Aachen werden am Donnerstag (9.00 Uhr) Plädoyers und Urteil erwartet. Angeklagt ist ein 57 Jahre alter Familienvater, der sein Stief-Enkelkind schwer missbraucht haben soll. Der Berufskraftfahrer gab zu Prozessbeginn pauschal die Vorwürfe zu, sagte aber nur zu seiner Person aus. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Der Fall kam durch die Anzeige einer Sex-Chat-Partnerin ins Rollen: Die 37-jährige hatte bei dem bezahlten Online-Video-Kontakt mit dem Angeklagten plötzlich einen Hinterkopf im Bild gesehen und gefragt, wer das sei. Daraufhin, so die Frau als Zeugin vor Gericht, habe der 57-Jährige mit der Handykamera einen Jungen gezeigt, der sexuelle Handlungen an ihm ausübte. Die 37-Jährige sagte, sie sei total geschockt gewesen und habe die Sequenz als Beweis gefilmt. Noch am selben Tag ging sie zur Polizei. Die Videos wurden im Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesichtet.

(dpa)