Aachen/Landgraaf: Schaffner der Bahn nach Angriff außer Lebensgefahr

Angriff durch Schwarzfahrer: Niedergestocher Schaffner außer Lebensgefahr

Der bei einer Fahrkartenkontrolle niedergestochene Schaffner der Deutschen Bahn ist außer Lebensgefahr. Der Bahn zufolge nehmen die Angriffe auf Zugbegleiter zu.

Am Mittwochabend war ein 48-jähriger Zugbegleiter in einer Bahn vom niederländischen Heerlen nach Aachen von einem Schwarzfahrer niedergestochen worden. Dem Schaffner wurde mit einem scharfen Gegenstand in den Bauch gestochen, teilte die niederländische Polizei mit. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

"Wir haben den Vorfall mit Bedauern zur Kenntnis genommen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. "Glücklicherweise befindet sich unser Mitarbeiter nach unseren Informationen nicht mehr in Lebensgefahr." Die Zahl der Angriffe auf Bahnmitarbeiter sei zuletzt gestiegen. Im Jahr 2014 habe man bundesweit 1500 Übergriffe gezählt. Das seien 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor, heißt es von der Deutschen Bahn.

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"Insbesondere bei Fahrkartenkontrollen ist das Agressionspotenzial hoch", sagte der Bahn-Sprecher. Ein Großteil der Übergriffe werde nach Massenveranstaltungen registriert, "wenn stark alkoholisierte Jugendliche unterwegs sind". Zurzeit schule die Bahn in Nordrhein-Westfalen mehr als 800 Mitarbeiter in Deeskalationstrainings, um gefährliche Situationen möglichst unter Kontrolle zu bekommen.

Der 48-jährige deutsche Zugbegleiter hatte am Mittwochabend die Fahrkarte eines Passagiers sehen wollen, daraufhin sei es zu einem Handgemenge gekommen, berichtete die Polizei der holländischen Provinz Limburg. Dann habe der Schwarzfahrer mit einem spitzen Gegenstand dem Schaffner in den Bauch gestochen. Der Angreifer wurde am Bahnhof von Landgraaf festgenommen. Der niederländischen Polizei zufolge soll es sich um einen 41 Jahre alten Mann aus Litauen handeln. Er soll am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.

(kl)