Aachen: Erneut Auseinandersetzung zwischen Polizei und Vermummten

Steine und Molotowcocktails : Erneut Gewalt im Hambacher Forst - Polizisten verletzt

Am Wochenende ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Aktivisten im Hambacher Forst gekommen. Vermummte warfen Steine und Molotowcocktails. Mehrere Beamte wurden verletzt.

Im Hambacher Forst haben Vermummte erneut Polizisten angegriffen und dabei mehrere Beamte verletzt. Aus dem Wald flogen Steine, Pyrotechnik und Molotowcocktails, wie die Polizei berichtete. Eine junge Frau wurde am Samstag festgenommen. Als Polizisten sie abführten, seien aus mehreren Richtungen zum Teil mit Metallstangen bewaffnete Vermummte auf die Beamten zugegangen. Auch Polizeifahrzeuge wurden beschädigt.

Die Polizei betrachtet die Angriffe als Hinweis darauf, dass sich "offensichtlich zunehmend extreme, gewaltbereite, der linksautonomen Szene zugehörige Straftäter" in dem Wald aufhalten, wie sie mitteilte. Bereits in der Vergangenheit war es im Konflikt um den Hambacher Forst immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Er gilt als Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle.

Schon am Freitagabend seien Polizisten an einer Landstraße von Vermummten mit Steinen beworfen und mit Zwillen beschossen worden. Ein Beamter wurde am Hinterkopf getroffen und ging verletzt zu Boden.

Erst als die Polizisten drohten, von ihren Waffen Gebrauch zu machen, habe die Attacke aufgehört - die Vermummten verschwanden im Wald. Der Verletzte wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Am Samstag wurden dann an einem Waldweg drei Gegenstände entdeckt, die nach selbstgebauten Sprengvorrichtungen aussahen und von einem Spezialisten untersucht werden mussten. Abermals wurde ein Polizeiwagen mit Steinen beworfen. Die Polizisten nahmen eine 22-Jährige fest. Währenddessen näherten sich den Angaben zufolge erneut Vermummte, die zum Teil Metallstangen bei sich trugen.

Die Untersuchung der vermeintlichen Sprengvorrichtungen wurde am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen, eine hatte sich bereits als Attrappe herausgestellt. Wann die restlichen überprüft werden sollten, war zunächst unklar.

An zwei anderen Stellen kam es zu weiteren Auseinandersetzungen. Beamte seien dort mit Steinen, Pyrotechnik und Molotowcocktails beworfen worden, berichtete die Polizei. Zwei Polizisten erlitten leichte Blessuren.

Bereits mehrfach ist es im Konflikt um den alten Hambacher Wald zu Angriffen auf Polizeibeamte und Beschäftigte des Energiekonzerns RWE gekommen. Der Wald liegt im Südosten des Tagebaus Hambach. RWE plant ab Oktober Rodungsarbeiten in dem Forst für den Tagebau. Darüber war es in der frisch gegründeten Kohlekommission zu einem offenen Streit gekommen.

(hsr/dpa)
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