Aachen: BGH muss Raser-Urteil prüfen

Sechs Jahre Haft für 46-Jährigen : Aachener Raserurteil - Drei Prozess-Beteiligte legen Revision ein

Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidigung haben Revision gegen das Raser-Urteil des Aachener Landgerichts eingelegt. Nun muss der Bundesgerichtshof das Urteil gegen einen 46-Jährigen aus Langenfeld überprüfen.

Das Aachener Landgericht hat einen Raser zu sechs Jahren Haft verurteilt - dagegen haben alle Prozessbeteiligte nach Gerichtsangaben Revision eingelegt. Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidigung hätten nach der noch ausstehenden Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung einen Monat Zeit, um ihre Revision zu begründen, teilte ein Sprecher des Gerichts am Montag mit. Damit müsse dann der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil auf Rechtsfehler überprüfen. Zuvor hatten die „Aachener Nachrichten“ darüber berichtet.

Ein 43-Jähriger war bei dem Unfall in Alsdorf bei Aachen getötet worden, ein damals 48-jähriger schwer verletzter Mann ist seitdem querschnittsgelähmt. Die Richter hatten den 46 Jahre alten Angeklagten wegen nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und schwerer Gesundheitsschädigung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Wegen des Drogenkonsums des Mannes gingen die Richter von verminderter Schuldfähigkeit aus.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Mordes und versuchten Mordes eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte für höchstens zwei Jahre Haft plädiert.

(hsr/dpa)