Vollsperrung wird planmäßig aufgehoben Ab Montag wieder freie Fahrt auf der A40

Essen · Die Vollsperrung der A40 ist aus Sicht der Organisatoren ein Erfolgsmodell. Statt jahrelanger Teilsanierungen wurde auf einen Rutsch gebaut. Das befürchtete Verkehrschaos blieb dank guter Vorbereitung aus. Und Steuergelder wurden auch eingespart.

Vollsperrung A40: Von der Idee zur Fertigstellung
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Vollsperrung A40: Von der Idee zur Fertigstellung

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Nach drei Monaten Vollsperrung wird ein vielbefahrener Abschnitt der Autobahn 40 im Ruhrgebiet an diesem Sonntag wieder für den Verkehr freigegeben. Der sogenannte Ruhrschnellweg war zwischen dem Dreieck Essen und der Abfahrt Essen-Zentrum auf rund vier Kilometern Länge für den gesamten Verkehr gesperrt worden, um die Sanierung von Brücken und eines Tunnels in einem Zug abwickeln zu können. Das Projekt könnte Modellcharakter für andere Autobahnsanierungen haben.

Die Organisatoren des Experiments zeigten sich am Freitag ausgesprochen zufrieden. Durch die beschleunigten Bauarbeiten seien rund zwei Millionen Euro gespart worden, rechnete der Geschäftsführer des Landesbetriebs Straßen NRW, Ralf Pagenkopf, vor. Dieses Geld habe der Bund als Betreiber der Autobahn weniger ausgeben müssen als bei jahrelangen Teilsanierungen. Ein Verkehrschaos auf den Ausweichstrecken sei ausgeblieben. Auf der Strecke werden täglich 90.000 Fahrzeuge gezählt.

Prüfung einer Vollsperrung

Bundesweit hatte das 20-Millionen-Euro-Vorhaben für Interesse gesorgt, weil erstmals ein großes Straßenbauprojekt statt langwierig über mehrere Jahre und mit verengten Fahrspuren in kurzer Zeit mit einer Vollsperrung realisiert worden war. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) kündigte an, bei jeder Baustelle eine Vollsperrung zu prüfen. Ziel sei es, durch längere Planung die Bauzeiten zu verkürzen. "Es ist günstiger, die Baustelle ins Büro zu verlagern, dann werden die Bauarbeiten später günstiger", sagte er.

Gleichzeitig warnte Groschek davor, das Essener Projekt 1:1 auf andere Vorhaben zu übertragen. "Alle Voraussetzungen müssen stimmen. Hier hat es gepasst." Unter anderem müsse es genügend Alternativrouten geben. Die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt will Groschek Anfang Oktober der Landesverkehrsministerkonferenz in Cottbus in Brandenburg vorstellen.

Rund um die Vollsperrung mehr Staus

Auf der südlichen Ausweichstrecke A52 in Richtung Düsseldorf, nahm der Verkehr während der Sperrung um 50 Prozent zu. Im Essener Norden, auf der A42, wuchs der Verkehr um elf Prozent an. Im Vergleich zum Jahr 2011 gab es rund um die Vollsperrung zwar mehr Staus. "Allerdings waren die Staus kürzer. Die Gesamtlänge der Staukilometer hat sich deshalb nicht verändert", berichtete Anja Astel von Straßen NRW.

Nach 85 Tagen Vollsperrung wird der Verkehr voraussichtlich ab Sonntagnachmittag in Richtung Bochum wieder fließen. Bis spätestens Montagmorgen um 5.00 Uhr sollen dann beide Fahrtrichtungen wieder freigeben sein.

(sgo)