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DGB-Demo: 7000 protestieren zum 1. Mai in Düsseldorf

DGB-Demo : 7000 protestieren zum 1. Mai in Düsseldorf

Zum Tag der Arbeit zogen am Donnerstag 7000 Vertreter der Arbeiterbewegung durch die Düsseldorfer Innenstadt. Los ging es gegen 10 Uhr am DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße. Der Deutsche Gewerkschaftsbund organisierte wie in jedem Jahr Kundgebungen und Demonstrationen in ganz Deutschland.

In Düsseldorf fand in diesem Jahr die landeszentrale Mai-Kundgebung der Gewerkschaften aus NRW statt. Vom DGB-Haus zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt bis zum Johannes-Rau-Platz am Rheinufer zur Kundgebung.

Dort sprachen unter anderem Andreas Meyer-Lauber, DGB-Bezirksvorsitzender NRW, Sigrid Wolf vom DGB-Stadtverband Düsseldorf und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Vertreten waren aber auch andere Gewerkschaften wie Verdi oder die IG Bau. Ihre zentralen Forderungen waren zum Beispiel ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro für alle Arbeitnehmer sowie höhere Renten und gerechtere Löhne für Frauen.

Unter die Demonstranten hatte sich derweil auch viel Politprominenz gemischt: Gleich in der ersten Reihe des Zuges lief Sahra Wagenknecht, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken mit durch die Stadt. Für die Grünen war Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestages, gekommen. Von den Düsseldorfer Politikern kamen der OB-Kandidat der SPD, Thomas Geisel, Andreas Rimkus, Vorsitzender der SPD Düsseldorf, sowie Miriam Koch, OB-Kandidatin der Grünen.

An 82 Ständen auf dem Apollo-Platz und am Rheinufer informierten Parteien, Gewerkschaften und Vereine zudem über ihre Anliegen.

Ministerpräsidentin Kraft sprach sich für weniger befristete Arbeitsplätze im Landesdienst aus. "Wir schließen in der Landesregierung keine befristeten Arbeitsverhältnisse ab, wenn die Möglichkeit besteht, unbefristet einzustellen. Wir erwarten, dass sich die Landesregierung in Berlin für eine gesetzliche Regelung stark macht und selber mit gutem Beispiel vorangeht", sagte der Vorsitzende des DGB in Nordrhein-Westfalen, Andreas Meyer-Lauber, der Nachrichtenagentur dpa.

Kraft sagte, derzeit seien 4,5 Prozent der Arbeitsplätze im Landesdienst befristet. "Wir sind besser als der bundesweite Schnitt, aber immer noch nicht gut genug." Die meisten befristeten Verträge finden sich laut Kraft im Schulbereich.

Der Grund dafür: Dort gebe es sehr viele Seiteneinsteiger - insgesamt rund 12 000 - die berufsbegleitend ausgebildet würden. "Wenn sie erfolgreich die Ausbildung abgeschlossen haben, werden sie unbefristet übernommen", versicherte die Ministerpräsidentin.

Ihr sei ebenso bewusst, dass man viele Kettenverträge übernommen habe. Doch zuletzt seien im Justizbereich 550 neue Stellen geschaffen worden. Kraft sagte: "Wir gehen Schritt für Schritt voran." Dabei müsse allerdings auch die Schuldengrenze beachtet werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Düsseldorf: Hannelore Kraft bei der DGB-Demo

(lai/lnw)