Streik in NRW: 2250 Awo-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Streik in NRW : 2250 Awo-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Geschlossene Kitas, Notdienste in Seniorenheimen und zwei Tage keine Auswahl beim Essen: 2250 Beschäftigte der Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen sind am Donnerstagmorgen in einen ganztätigen Ausstand getreten.

Im Tarifstreit bei der Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstag zahlreiche Beschäftigte ganztägig die Arbeit niedergelegt. An dem Warnstreik hätten sich bis zum Mittag rund 2250 Beschäftigte beteiligt, teilte Verdi NRW in Düsseldorf mit. Mehrere Kitas blieben geschlossen. In manchen Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen waren nur Notdienste im Einsatz. Auch am Freitag soll in zahlreichen Einrichtungen ganztätig gestreikt werden. Die Gewerkschaft will mit den Streiks ihrer Forderung nach höheren Löhnen Nachdruck verleihen.

In Nordrhein-Westfalen arbeiten etwa 36 000 Menschen in rund 3000 Einrichtungen und Diensten für die Awo. Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung der monatlichen Einkommen um 100 Euro plus 3,5 Prozent und einen Tag mehr Urlaub. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 28. Oktober in Düsseldorf angesetzt.

In diesen Kitas der Region wird gestreikt

In Düsseldorf bleiben voraussichtlich fünf von insgesamt 21 Kitas geschlossen. Die Eltern wurden bereits informiert. Betroffen sein wird auch der Offene Ganztag.

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In Remscheid werden beispielsweise der ambulante Pflegedienst sowie das Willi-Hartkopf-Seniorenzentrum bestreikt. "Notdienste sind aber sichergestellt", sagte Verdi-Sprecher Willi Oberländer auf Anfrage.

Keine Auswirkungen hat der Streik allerdings auf die Kitas in Leverkusen. Hier fallen die Awo-Mitarbeiter in der Stadt überwiegend in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und nicht unter den Awo-Tarifvertrag, der zurzeit verhandelt wird. Auch in Krefeld und dem Kreis Viersen sollen die Einrichtungen der Awo nicht bestreikt werden. "In Einzelfällen beteiligen sich Mitarbeiter an dem Streik, geschlossen ist im Kreis Viersen aber keine Einrichtung", sagt Bernd Bedronka, Geschäftsführer des Viersener AWO-Kreisverbands.

In Neuss ist ebenfalls nicht mit Streiks zu rechnen. Der Neusser Ortsverein der Awo gab auf Anfrage bekannt, dass die Einrichtungen (drei Kitas, Pflegedienst) der Qurinusstadt nicht betroffen sind.

Auch in Mönchengladbach seien keine Einrichtungen der AWO von dem Streik betroffen, sagte ein Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

In der Region Heinsberg beteiligt sich nur der Awo-Kindergarten Venner Hof in Hückelhoven-Ratheim an dem Warnstreik. Laut Awo-Geschäftsführung wurden die Eltern informiert, eine Notgruppe wird eingerichtet.

Am Freitag ist eine zentrale Kundgebung in Bochum geplant, zu der die Gewerkschaft mehrere tausend Beschäftigte erwartet. Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung der monatlichen Einkommen um 100 Euro plus 3,5 Prozent und einen Tag mehr Urlaub. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 28. Oktober in Düsseldorf angesetzt. Die Awo betreibt in Nordrhein-Westfalen nach eigenen Angaben rund 3000 Einrichtungen und Dienste.

"Wir wollen Druck machen, damit die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorlegen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer der dpa. Eine Mindestversorgung werde aber sichergestellt. In der Behindertenhilfe, bei den ambulanten Pflegediensten und in den Seniorenheimen soll es an beiden Tagen Notdienste geben. Nachtdienste würden nicht bestreikt. Wie viele Einrichtungen landesweit betroffen sind, ist noch unklar. In Bochum will Verdi zum Beispiel 22 der 24 Awo-Kitas bestreiken.

Beim letzten Warnstreik Mitte September waren nach Verdi-Angaben landesweit etwa acht Prozent aller Einrichtungen betroffen. Verdi rechnet diesmal mit einer höheren Beteiligung. Cremer kündigte weitere Aktionen an. Einzelheiten wolle man Anfang nächster Woche bekanntgeben.

Hier geht es zur Infostrecke: Zahl der Kinder in Kitas nach Bundesländern

(lnw)
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