Neuss: Neusser Asylheim bald bereit

Neuss : Neusser Asylheim bald bereit

Eine Spezialfirma sorgt ab heute dafür, dass die Räume im ehemaligen St. Alexius-Krankenhaus in Neuss wohnlich aufbereitet werden. Wahrscheinlich ab Donnerstag sollen dort 150 Asylbewerber aus Kriegsgebieten einziehen. Dies war nötig geworden, weil die bereits bestehenden Aufnahmestationen des Landes in Dortmund und Bielefeld angesichts der dramatisch steigenden Flüchtlingszahlen überlastet sind. Neben Neuss nimmt auch Köln kurzfristig Asylbewerber auf; weitere Anlaufstellen sollen wohl in Düsseldorf und in Essen entstehen.

Der Orden der Alexianerbrüder hatte sich kurzfristig bereit erklärt, das Krankenhaus zu öffnen. Mieter ist die Bezirksregierung Arnsberg, die sich federführend für das Land NRW um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmert. Gestern Abend wurde der Vertrag aber noch nicht wie zunächst geplant unterzeichnet. Rund 100 Fachkräfte reinigen bereits jetzt die Räume und kümmern sich etwa darum, dass ausreichend Betten vorhanden sind. Außerdem muss die Zentralheizung auf Betriebstemperatur gebracht werden.

In Köln, wo 200 Flüchtlinge vorübergehendes Domizil in einer Turnhalle gefunden haben, ist eine Asylbewerberin Mutter eines Mädchens geworden. Entbunden hat sie im Kalker Krankenhaus; Kölns Sozialdezernentin Henriette Rieker gratulierte mit einem Strampelanzug.

Die Mehrheit der Flüchtlinge in Köln stammt aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Flüchtlingsorganisationen kritisieren die Forderung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), die Visumpflicht für Bürger aus Mazedonien und Serbien wieder einzuführen. Dieser Vorstoß betreffe in erster Linie Roma, die seit der Aufhebung der Visumpflicht für Kurzaufenthalte im Schengenraum 2009 vermehrt Asyl beantragten, hieß es in einer Stellungnahme von 26 Organisationen, darunter Pro Asyl und acht Landesflüchtlingsräte.

(RP)
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