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Kölner Flughafen: Mutter schmuggelt Waffenmagazine für Islamisten

Kölner Flughafen : Mutter schmuggelt Waffenmagazine für Islamisten

Die Bundespolizei hat bei einer Ausreisekontrolle am Kölner Flughafen Dutzende Magazine für das Sturmfeuergewehr AK 47 entdeckt.

Sicherheitskreise bestätigten gestern einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Danach waren die Magazine im Gepäck einer Frau gefunden worden, die als Mutter von zwei gewaltbereiten Islamisten aus NRW identifiziert wurde. Die Frau konnte zunächst in die Türkei weiterreisen — der Vorfall ereignete sich schon vor einigen Wochen. Die Kölner Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Der Fund wirft erneut ein Schlaglicht auf die islamistische Szene in NRW. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums erklärte gestern, in NRW stünden 110 gewaltbereite Dschihadisten unter enger Beobachtung. Als besonders gefährlich gelten offenbar bis zu neun Islamisten, die im syrischen Bürgerkrieg an Waffen ausgebildet wurden und mittlerweile nach NRW zurückgekehrt sind. Zu den regionalen Zentren zählt unter anderem die Stadt Dinslaken. Von dort war unter anderem der Konvertit Abu Osama nach Syrien ausgereist und hatte in einem Propagandavideo Drohungen gegen Deutschland ausgesprochen. In der Stadt im Kreis Wesel nutzen die Gotteskrieger offenbar die Strukturen der verbotenen Organisation "Millatu Ibrahim".

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Verena Schäffer, innenpolitische Sprecherin der Grünen, erklärte, die Ausreisen von Salafisten nach Syrien stellten eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft dar. Repressive Maßnahmen wie Vereinsverbote reichten aber alleine nicht aus. "Notwendig ist auch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Ursachen für die Anziehungskraft des Salafismus", sagte Schäffer.

Peter Biesenbach, Vize-Fraktionschef der CDU, kritisierte, es sei unverständlich, dass verbotene islamistische Netzwerke in NRW weiter ungestört aktiv sein könnten. In der Amtszeit von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) habe sich die Zahl der Salafisten verdreifacht. Dies sei für Rot-Grün ein "beschämendes Zeugnis", erklärte Biesenbach.

(RP)