Münster: Münster streitet über Hindenburg

Münster : Münster streitet über Hindenburg

Der seit Monaten dauernde Streit um den Namen für einen Platz in Münster soll morgen mit einem Bürgerentscheid entschieden werden. Seit im März der Stadtrat die Umbenennung des ehemaligen "Hindenburgplatzes" in "Schlossplatz" beschlossen hatte, tobte in Münster ein Streit um den eigentlich eher unscheinbaren Ort. Der Besucher der Stadt blickt direkt vor dem Schloss auf einen schmucklosen Parkplatz.

Mittlerweile gibt es zwei Bürgerinitiativen, die sich für beziehungsweise gegen den neuen Namen "Schlossplatz" einsetzen. Der Initiative "Pro Hindenburgplatz" gelang es schnell, ausreichend viele Unterschriften für einen Bürgerentscheid zu sammeln.

Der Streit entzündet sich an der Person des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847-1934). Der Historiker Hans-Ulrich Thamer von der Uni Münster sieht Hindenburg als "Steigbügelhalter Hitlers". Deshalb sei es folgerichtig, ihm kein Denkmal zu setzen: "Straßennamen sind immer Ehrung und Denkmal." Das entspricht auch der Auffassung der Bürgerinitiative "Schlossplatz".

Die Bürgeriniative "Pro Hindenburgplatz" hält dagegen, dass der Name des Platzes zur Erinnerungskultur gehöre und ein Heimatgefühl schaffe. Beide Initiativen sind froh, dass es jetzt endlich zur Entscheidung kommt. Denn in der jüngeren Vergangenheit hatte die ursprünglich sachliche Diskussion sich verselbstständigt und links- sowie rechtspopulistische Parolen waren immer stärker geworden.

(LNW)
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