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"MS Wissenschaft" zeigt Forschung

"MS Wissenschaft" zeigt Forschung

Justus muss nicht lange überlegen: "Das Flippern macht mir hier am meisten Spaß." Zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester besucht der Zehnjährige das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, das noch bis heute Abend um 19 Uhr am Tonhallenufer angelegt hat. Unter dem Motto "Neue Wege in die Medizin" präsentiert die Initiative Wissenschaft im Dialog die Ausstelllung zum aktuellen Stand der Gesundheitsforschung. Für Kinder, aber auch für Erwachsene, gibt es auf dem Schiff jede Menge zum Ausprobieren.

"Am Anfang ist es schon sehr schwierig ohne Hände zu flippern", sagt Justus. Um die Kugel zu steuern muss er seine Unterarme in eine Halterung legen. Durch Muskelzucken kann er dann die Flipperkugel bewegen. Das Exponat zeigt, wie man mit Hilfe von wenigen Muskelsignalen technische Geräte steuern kann. So funktionieren auch moderne Prothesen.

Nicht nur im Bereich "Handicap" wird geforscht. Wissenschaftler entwickeln auch Methoden, um Untersuchungen bequemer zu machen: Magen- und Darmspiegelungen werden von den meisten Patienten als sehr unangenehm empfunden. Auf dem Schiff wird die so genannte "Pillcam" vorgestellt. Forscher haben eine Pille mit Kamera zum herunterschlucken entwickelt. So wird dem Patienten das Schlucken und Einführen von Schläuchen erspart. Am Gürtel trägt der Patient dann einen Minisender, der den Weg der Tablette aufzeichnet. In der Ausstellung können die Besucher auf einem Touchscreen den Weg der Tablette in einem Film verfolgen.

Künstlich Organe herstellen

Die MS Wissenschaft ist seit zehn Jahren mit wechselnden Ausstellungen unterwegs, die sich immer auf das Motto des aktuellen Wissenschaftsjahres beziehen. Günter Lehmann ist ein großer Fan des Schiffes. Er hat bisher keine der Ausstellungen im Frachtraum des Schiffes verpasst. Der 75-Jährige findet, dass der aktuelle Forschungsstand in Deutschland auf dem Schiff sehr gut vorgestellt werde. "Ich finde es besonders interessant, dass es bald Möglichkeiten geben soll, künstlich Haut und auch Organe herzustellen", sagt er. Wissenschaftler untersuchen zurzeit die Zellen von Axolotln, einer mexikanischen Art von Schwanzlurchen. Die Lurche können beschädigte Gliedmaße und Organe nachbilden.

(RP)